26 April 2026, 12:05

12-Stunden-Regel treibt Spritpreise in Deutschland nach oben – wer profitiert wirklich?

Liniengraph, der den Trend der US-Dieselverkaufspreise von 1990 bis 2020 zeigt, mit mehreren farbigen Linien auf einem weißen Hintergrund.

12-Stunden-Regel treibt Spritpreise in Deutschland nach oben – wer profitiert wirklich?

Eine neue Regelung in Deutschland, die am 1. April 2023 in Kraft trat, hat die Anpassung der Spritpreise verändert. Die sogenannte 12-Stunden-Regel begrenzt, wie oft Tankstellen die Preise innerhalb eines einzigen Tages erhöhen dürfen. Erste Erkenntnisse deuten nun darauf hin, dass die Maßnahme die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert hat, während sie gleichzeitig die Kosten für Autofahrer in die Höhe treibt.

Die Änderungen stoßen auf Kritik, wobei einige warnen, dass die Regelung langfristig zu insgesamt höheren Spritpreisen führen könnte.

Forscher analysierten Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe in Deutschland und verglichen die beiden Wochen vor und nach Einführung der Regelung. Im Fokus stand dabei die Differenz zwischen den Netto-Endverbraucherpreisen und den Großhandelskosten am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA).

In den ersten beiden Wochen unter dem neuen System stiegen die Gewinnspannen bei Superbenzin im Schnitt um 6 Cent pro Liter. Besonders ausgeprägt waren die Erhöhungen bei kleineren Ketten und unabhängigen Tankstellen, während größere Anbieter nur moderate Steigerungen verzeichneten. Bei Diesel blieben die Margen hingegen aufgrund stärkerer Preisschwankungen während des Untersuchungszeitraums instabil.

Auch regionale Unterschiede zeigten sich: In Süddeutschland stiegen die Preise am stärksten. Im Vergleich zu Nachbarländern der EU legten die deutschen Spritpreise in den Tagen nach Einführung der Regelung besonders deutlich zu.

Kritiker hatten bereits im Vorfeld befürchtet, dass die 12-Stunden-Beschränkung Tankstellen dazu veranlassen könnte, die Preise präventiv stärker anzuheben, statt wie bisher in kleineren, häufigeren Schritten. Die Studienergebnisse scheinen diese Bedenken zu bestätigen und zeigen eine klare Aufwärtsbewegung bei den Margen der Benzinhändler.

Bisher hat die 12-Stunden-Regel vor allem den Kraftstofflieferanten höhere Gewinne beschert – besonders in Süddeutschland und bei kleineren Betreibern. Autofahrer müssen hingegen an der Zapfsäule mehr bezahlen, wobei Superbenzin die deutlichsten Margensteigerungen verzeichnet. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie regulatorische Änderungen das Preisverhalten auf dem Kraftstoffmarkt prägen können.

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