Arzneimittelknappheit 2025: Warum lebenswichtige Medikamente weiterhin fehlen
Anton WolfArzneimittelknappheit 2025: Warum lebenswichtige Medikamente weiterhin fehlen
Arzneimittelknappheit in Deutschland bleibt 2025 ein ernstes Problem
Apotheken melden weiterhin massive Lieferengpässe: 1.514 Versorgungslücken bei 1.041 verschiedenen Medikamenten belasten Millionen von Patientinnen und Patienten – besonders jene, die auf lebenswichtige Therapien wie Antipsychotika, Antidepressiva oder lipidsenkende Arzneimittel angewiesen sind. Trotz Gegenmaßnahmen der Regierung zeigt sich kaum Besserung in Sicht.
Am stärksten betroffen sind Antipsychotika mit 173 gemeldeten Engpässen und einer durchschnittlichen Unterbrechung von 230 Tagen. Allein 2024 waren rund eine Million Menschen auf diese und antidepressive Medikamente angewiesen. Antidepressiva verzeichneten 130 Lieferprobleme, die im Schnitt 107 Tage andauerten.
Auch Lipidsenker bleiben knapp: 89 Meldungen bei einer durchschnittlichen Versorgungslücke von 156 Tagen. Zusammen mit Antibiotika-Engpässen sind weitere zwei Millionen Patientinnen und Patienten betroffen. Zwar waren Kinderantibiotika in Saftform seit dem 25. März 2026 wieder durchgehend verfügbar, doch insgesamt gab es 85 Meldungen zu Antibiotika-Knappheit – im Schnitt 122 Tage pro Fall.
Weitere kritische Arzneimittel wie Salbutamol für Asthmatiker oder Antiepileptika bleiben ebenfalls Mangelware. Das 2023 verabschiedete Lieferengpass-Gesetz von Gesundheitsminister Karl Lauterbach konnte bisher keine nachhaltigen strukturellen Lösungen schaffen. Deutschlands starke Abhängigkeit von globalen Lieferketten – vor allem in Asien – macht die Pharmabranche anfällig für wiederkehrende Störungen.
Die Daten bestätigen: Die Arzneimittelknappheit bleibt flächendeckend – eine baldige Entspannung ist nicht in Sicht. Patientinnen und Patienten, die auf Antipsychotika, Antidepressiva oder andere Schlüsselmedikamente angewiesen sind, müssen weiterhin mit langen Wartezeiten rechnen. Ohne entschlossenere Maßnahmen wird die Verwundbarkeit der deutschen Arzneimittelversorgung voraussichtlich bestehen bleiben.






