16 March 2026, 06:04

Baden-Württemberg: Lehrkräfte protestieren gegen ungerechte Beförderungspolitik an Gymnasien

A black and white drawing of a classroom with people sitting and standing, featuring poles, lights, a wall clock, and other objects, with the text "The School of Economics, London, England" at the bottom.

Baden-Württemberg: Lehrkräfte protestieren gegen ungerechte Beförderungspolitik an Gymnasien

Der Philologenverband Baden-Württemberg hat die jüngste Bildungspolitik des Landes scharf kritisiert. Nach Angaben der Vereinigung verlagert das Kultusministerium Beförderungsmöglichkeiten zunehmend von den Gymnasien zugunsten der Gemeinschaftsschulen. Dies löst Besorgnis über Verzögerungen im beruflichen Aufstieg vieler Lehrkräfte aus.

Das Ministerium hatte kürzlich neue A14-Beförderungsstellen für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen ausgeschrieben, wobei bis Mai mehrere hundert Positionen besetzt werden sollen. Von den 1.200 verfügbaren A14-Stellen im Jahr 2026 entfallen nun 480 (40 %) auf Gemeinschaftsschulen. Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg deren Anteil von 25 % auf 40 %, während der Anteil der Gymnasien von 60 % auf 45 % sank.

Als besonders problematisch führt der Verband den Regierungsbezirk Karlsruhe an. Dort hat die Umverteilung der Stellen das Beförderungskontingent für Gymnasiallehrkräfte eines gesamten Jahres nahezu aufgehoben. In der aktuellen Runde stehen Gymnasiallehrkräften nur noch 81 A14-Stellen zur Verfügung – im Vergleich zu 203 für Berufsschulen und weiteren Zuweisungen für Gemeinschaftsschulen.

Kritiker bezeichnen die Politik als ein "budgetäres Taschenspielertrick" und warnen vor einer "systematischen Unterfinanzierung" der Gymnasien. Der Verband argumentiert, dass das vom Ministerium erklärte Ziel – die Angleichung der Beförderungschancen über alle Schulformen hinweg – weder ausreichend finanziell untermauert noch langfristig geplant sei. In der Folge müssten viele Gymnasiallehrkräfte nun längere Wartezeiten für ihren beruflichen Aufstieg in Kauf nehmen.

Die Neuverteilung der Beförderungsstellen führt zu geringeren Aufstiegschancen für Gymnasiallehrkräfte. Da der Anteil der A14-Positionen für Gemeinschaftsschulen kontinuierlich steigt, sind weitere Verzögerungen im Karrierefortschritt absehbar. Bisher hat das Ministerium die Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und einer langfristigen Planung für die Angleichung der Beförderungschancen nicht ausgeräumt.

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