Bahnprojekt zwischen Thüringen und Sachsen droht wegen Finanzlücken zu scheitern
Luisa HofmannBahnprojekt zwischen Thüringen und Sachsen droht wegen Finanzlücken zu scheitern
Ausbaupläne für wichtige Bahnstrecke zwischen Thüringen und Sachsen erleiden massive Verzögerungen
Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag drängt nun auf schnelles Handeln, nachdem Finanzierungslücken das Projekt zum Stillstand gebracht haben. Kritiker werfen der Bundesregierung vor, Ostdeutschland zu vernachlässigen, während westdeutsche Regionen Milliarden für Infrastrukturprojekte erhalten.
Die Mitteldeutschland-Verbindung sollte die Anbindung von Sachsen über Thüringen in den Westen Deutschlands verbessern. Die 517 Kilometer lange Strecke umfasst einen entscheidenden Abschnitt zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz, wo eine Elektrifizierung sowie der teilweise zweigleisige Ausbau geplant waren. Doch der Baubeginn verschiebt sich – statt noch in diesem Jahr soll es erst 2028 losgehen.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion, betonte die Dringlichkeit der sofortigen Elektrifizierung der Strecke. Er kritisierte das Bundesverkehrsministerium scharf, das derzeit keine Haushaltsmittel für das Vorhaben bereitstellen wolle. Die vollständige Elektrifizierung, die vor allem den Fernverkehr beschleunigen soll, wurde nun auf 2032 verschoben.
Die BSW wirft der Bundesregierung vor, politische Zusagen gebrochen zu haben. Während in Westdeutschland Großprojekte mit Milliarden gefördert würden, müssten Thüringen und Sachsen mit Kürzungen leben. Die geschätzten Kosten allein für den Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz belaufen sich auf 544 Millionen Euro.
Die Fraktion fordert höhere Bundesmittel, um weitere Rückschläge zu verhindern. Ohne schnelle Lösungen, so die Warnung, werde die Bahninfrastruktur in der Region weiter hinterherhinken.
Durch die Verzögerung wird sich die Einführung schnellerer Zugverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland um Jahre verzögern. Da der Baubeginn nun für 2028 und die vollständige Elektrifizierung erst für 2032 vorgesehen ist, hängt das weitere Schicksal des Projekts von zusätzlichen Finanzmitteln ab. Die BSW besteht darauf, dass die Regierung handeln muss, um weitere Verzögerungen bei der Mitteldeutschland-Verbindung zu vermeiden.






