07 May 2026, 14:08

Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum die Pläne scheitern

Gelber Wasserstoff-elektrischer Auto vor einem Gebäude mit Absperrpfosten, Bannern, Menschen, Schildern, einer Topfpflanze, Deckenlampen und Ventilatoren.

Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum die Pläne scheitern

Deutschlands Wasserstoffwirtschaft stockt – besonders in Bayern

Die Bemühungen Deutschlands, eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen, stoßen auf massive Rückschläge, vor allem in Bayern. Trotz hoher Förderzusagen blieb ein Großteil der Gelder ungenutzt, da die Nachfrage schwächelt und Projekte ins Stocken geraten. Kritiker stellen inzwischen infrage, ob die Investitionsstrategie wie geplant funktioniert.

Die Bundesregierung treibt zwar den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran, das vor allem Industriekunden bedienen soll. Doch Experten zweifeln daran, dass Wasserstoff eine tragfähige Lösung für die Beheizung von Wohnhäusern oder als Kraftstoff für Autos sein wird – angesichts der hohen Produktionskosten.

In Bayern hatte die Landesregierung für 2024 und 2025 fast 120 Millionen Euro für den Bau von Elektrolyseuren bereitgestellt. Bis Ende 2025 waren davon jedoch nur 4,1 Millionen Euro tatsächlich ausgezahlt worden. Ähnlich verhält es sich bei den 142 Millionen Euro für Energieforschung: Hier wurde kaum mehr als die Hälfte abgerufen.

Noch schlechter läuft es beim Programm für Wasserstofftankstellen. Von den 61 Millionen Euro, die zwischen 2018 und 2025 vorgesehen waren, flossen lediglich 16,3 Millionen Euro. Weil Projekte nicht realisiert wurden, gaben Empfänger 9 Millionen Euro an ungenutzten Fördermitteln zurück. Das Programm wurde inzwischen eingestellt – statt der geplanten 100 Tankstellen entstanden nur 20.

Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vor, Steuergelder verschwendet zu haben. Die Mittel seien in ineffektive Wasserstoffprojekte geflossen, so die Kritik. Gleichzeitig bliebe Deutschland wie beim Erdgas auch beim Wasserstoff auf große Importe angewiesen.

Die zögerliche Inanspruchnahme der Fördergelder zeigt die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Da es bei Tankstellen und Elektrolyseprojekten kaum Fortschritte gibt, hat sich Bayerns Investition noch nicht wie erhofft ausgezahlt. Die Regierung steht nun unter Druck, ihre Strategie für die Wasserstoffinfrastruktur zu überdenken.

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