Daimler ruft 200.000 weitere Fahrzeuge wegen defekter Takata-Airbags zurück
Tobias SeidelDaimler ruft 200.000 weitere Fahrzeuge wegen defekter Takata-Airbags zurück
Daimler erweitert die Rückrufaktion für Fahrzeuge mit potenziell defekten Takata-Airbags. Die Maßnahme folgt einer Anordnung der US-Verkehrsaufsichtsbehörde und betrifft rund 200.000 weitere Modelle.
Das Problem geht auf Takata-Airbags zurück, die mit übermäßiger Wucht auslösen – ein Defekt, der auf langfristige Einwirkung von Hitze und Feuchtigkeit zurückzuführen ist. Umfassende Tests bestätigen, dass diese Bedingungen über Jahre hinweg den Fehler verursachen können. Zwar sind die meisten Regionen Europas nicht von solchen Klimarisiken betroffen, doch wurden dort auch keine Vorfälle in Zusammenhang mit diesem Problem gemeldet.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hatte kürzlich den Rückruf von bis zu 40 Millionen zusätzlichen Takata-Airbags angeordnet – der größte Rückruf in der Geschichte der US-Automobilbranche. Daimler hatte bereits 2015 rund 840.000 Fahrzeuge wegen Bedenken bei den Fahrer-Airbags zurückgerufen und damals 340 Millionen Euro für die Maßnahmen zurückgestellt. Für das laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen nun einen weiteren Betrag im „mittleren dreistelligen Millionenbereich“ für die Rückrufkosten eingeplant.
Der Hersteller Takata kämpft aufgrund der massiven Rückrufaktion mit finanziellen Schwierigkeiten. Ein Mangel an Ersatzteilen erschwert den Prozess zusätzlich und verschärft die Probleme des Unternehmens.
Der erweiterte Rückruf betrifft Beifahrer-Airbags in Daimler-Fahrzeugen in den USA und Kanada. Besitzer der betroffenen Modelle erhalten Benachrichtigungen über kostenlose Reparaturen. Die Behörden beobachten die Situation weiterhin, während die Austauschmaßnahmen voranschreiten.






