22 March 2026, 06:07

Dänemarks Apothekenreformen bringen mehr Wettbewerb und finanzielle Lasten mit sich

Schwarzes und weißes Foto eines alten Apothekeninneren in New Orleans mit Tischen, Hockern, Flaschen und Glasfenstern, mit Text oben.

Dänemarks Apothekenreformen bringen mehr Wettbewerb und finanzielle Lasten mit sich

Dänemarks Apothekenbranche durchläuft tiefgreifende Veränderungen, da Reformen den Weg zu einem liberalisierten Markt ebnen. Seit 2001 lockert die Regierung schrittweise die Vorschriften, ermöglicht neue Vertriebsformen für Medikamente und verstärkt den Wettbewerb. Diese Entwicklungen haben zu einer Zunahme der Filialen, einem Rückgang unabhängiger Inhaber und einer erheblichen finanziellen Belastung für traditionelle Apotheken geführt.

Die jüngste Reform trat am 1. Januar 2025 in Kraft: Apotheken müssen nun über 20 bis 30 Jahre eine Summe von 490 Millionen dänischen Kronen (rund 66 Millionen Euro) zurückzahlen. Diese "sektorale Abgabe" erhöht den Druck auf eine Branche, die sich ohnehin bereits im Wandel befindet.

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Der Wettbewerb verschärft sich seit 2004, als Handelsketten in den Markt für rezeptfreie Medikamente einstiegen. In jüngster Zeit führte Dänemark zwei neue Vertriebsformen ein: Verkaufsstellen für rezeptfreie Arzneimittel (håndkøbsudsalg) und Medikamenten-Abholstellen. Diese bieten weniger Service als klassische Apotheken, dürfen aber auch verschreibungspflichtige Medikamente abgeben – vorausgesetzt, ein Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) ist vor Ort.

Die Zahl der Abholstellen soll sich bis Oktober 2025 verdoppeln und auf 350 steigen. Gleichzeitig hat die Lockerung der Mehrfachbesitzregeln die Anzahl der Apothekeninhaber verringert: 2015 verwaltete ein Filialleiter durchschnittlich 1,95 Standorte, bis 2024 stieg diese Zahl auf 3,10.

Die Eigentümer sehen sich nun strengeren Auflagen gegenüber, darunter eine Pflicht zur Berufsausübung bis zum 70. Lebensjahr sowie staatlich kontrollierte Übertragungen zum Buchwert – was jede Gewinnmarge ausschließt. Trotz dieser Herausforderungen haben die Reformen die Versorgung verbessert: 40 kleinere Städte erhielten erstmals eine pharmazeutische Anlaufstelle.

Die Veränderungen haben das dänische Apothekenwesen grundlegend umgestaltet: Der Zugang zu Medikamenten wurde erleichtert, doch traditionelle Apotheken geraten zunehmend unter Druck. Mit weiteren Abholstellen und verschärften Besitzregeln muss sich die Branche an eine wettbewerbsintensivere und stärker regulierte Zukunft anpassen. Die finanzielle Last der sektoralen Abgabe wird die Apotheken zudem noch Jahrzehnte lang belasten.

Quelle