Deutsche Bahn verschärft Sicherheit in Regionalzügen gegen steigende Gewaltwelle
Tobias SeidelDeutsche Bahn verschärft Sicherheit in Regionalzügen gegen steigende Gewaltwelle
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen gegen Gewalt in Regionalzügen ein
Die Deutsche Bahn (DB) reagiert mit verschärften Sicherheitsvorschriften auf die anhaltende Gewalt in ihren Regionalverkehrszügen. Der Schritt erfolgt nach einem Anstieg der Angriffe in mehreren Bundesländern – trotz eines bundesweiten Rückgangs der Vorfälle im vergangenen Jahr. Das Unternehmen setzt auf Körperkameras, Schutzausrüstung und KI-gestützte Überwachung, um die Sicherheit des Personals zu verbessern.
Laut Statistik gingen körperliche Übergriffe in den Regionalzügen der DB 2025 bundesweit um sieben Prozent zurück. Doch in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Teilen Baden-Württembergs stiegen solche Attacken im gleichen Zeitraum um 15 Prozent. Angesichts dieser regionalen Zunahme sieht sich das Unternehmen gezwungen, seine Sicherheitsstrategie zu überarbeiten.
Körperkameras sind bereits im Einsatz – über 500 dokumentierte Einsätze zeigen eine deutliche abschreckende Wirkung. Ab Juli wird DB Regio in Risikogebieten zudem testweise schnittfeste Westen für Kundenservice-Mitarbeiter einführen. Parallel dazu wird das Unternehmen flächendeckend in Deutschland verbindliche Deeskalationstrainings ausbauen, ergänzt um ein neues Modul zur Durchsetzungsfähigkeit in Konfliktsituationen.
Weitere Maßnahmen umfassen die Erprobung von „1-zu-1-Begleitungen“ sowie die Doppelbesetzung von Servicekräften in betroffenen Regionen. Zudem prüft die DB den Einsatz von KI, um Echtzeit-Aufnahmen aus den Zügen zu analysieren. Das System soll Konflikte frühzeitig erkennen und Sicherheitskräfte schneller alarmieren. Ein Pilotprojekt in Bremen bestätigte, dass die Technologie sowohl technisch machbar als auch datenschutzkonform ist.
Die kombinierten Maßnahmen – Körperkameras, Schutzwesten und KI-Überwachung – zielen darauf ab, Gewalt zu reduzieren und Reaktionszeiten zu verkürzen. Mitarbeiter erhalten erweiterte Schulungen, um Konflikte professioneller zu bewältigen. Die Änderungen folgen einem uneinheitlichen Trend: Während die Angriffe bundesweit zurückgingen, verzeichneten einige Regionen eine Zunahme.






