08 May 2026, 04:10

Deutschland verschärft Grenzkontrollen – doch bringt das wirklich etwas?

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland verschärft Grenzkontrollen – doch bringt das wirklich etwas?

Die deutsche Regierung hat seit Mai 2025 die Zurückweisungen von Asylsuchenden an ihren Grenzen deutlich ausgeweitet. Diese Maßnahme, die sich vor allem gegen Österreich, Polen und die Schweiz richtet, markiert einen Kurswechsel in der Migrationspolitik. Kritiker werfen der Regierung vor, es gehe dabei eher um Symbolpolitik als um tatsächliche Wirkung.

Noch 2015 hatte allein die rechtspopulistische AfD solche Zurückweisungen gefordert. Zehn Jahre später hat die Regierung das Vorgehen als zentrales Instrument übernommen. Dennoch sind die Asylanträge in Deutschland im Vergleich zu 2024 stark zurückgegangen – Experten führen diesen Rückgang jedoch weniger auf deutsche Maßnahmen zurück, sondern auf die veränderte Lage in Syrien.

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Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat sich deutlich gegen die Zurückweisungen ausgesprochen. Er wirft der Regierung vor, damit gegen EU-Recht zu verstoßen und keine nachhaltige Lösung zu bieten. Nach Ansicht von Knaus stehe der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen: Die Maßnahmen hätten kaum spürbaren Einfluss auf die Migrationsbewegungen.

Deutschland und Österreich bleiben die wichtigsten Zielländer für syrische Geflüchtete in der EU. 2024 erhielten 80 Prozent der schutzberechtigten Syrer in einem dieser beiden Länder Asyl. Knaus plädiert dafür, die aktuelle Phase sinkender Zahlen zu nutzen, um ein humaneres und langfristig tragfähiges Migrationssystem aufzubauen – statt auf Zurückweisungen zu setzen.

Trotz Kritik an der Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit der Praxis werden die Zurückweisungen fortgesetzt. Angesichts rückläufiger Asylzahlen könnte sich der Fokus nun auf eine langfristige Steuerung der Migration verlagern. Knaus und andere Experten fordern einen faireren und strukturierteren Ansatz, der sowohl Geflüchteten als auch den EU-Mitgliedstaaten besser dient.

Quelle