Doppelhaushalt 2027/2028: Höhere Steuern für Unternehmen, Entlastungen für Arbeitgeber und Bildungsoffensive
Tobias SeidelDoppelhaushalt 2027/2028: Höhere Steuern für Unternehmen, Entlastungen für Arbeitgeber und Bildungsoffensive
Die Bundesregierung hat die zentralen Eckpunkte des Doppelhaushalts für 2027/2028 finalisiert. Der Plan umfasst Steueranpassungen, Ausgabenkürzungen sowie neue Investitionen im Bildungsbereich. Laut Angaben der Behörden müssen Unternehmen und Haushalte mit höheren Belastungen rechnen, profitieren aber gleichzeitig von gezielten Entlastungen.
Der Haushalt sieht eine Erhöhung des Körperschaftsteuersatzes für Unternehmen mit Gewinnen von über einer Million Euro vor. Gleichzeitig erhalten Unternehmen eine Netto-Steuerentlastung in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Zudem sinken die Abgaben der Arbeitgeber an den Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) um mindestens einen Prozentpunkt – eine Gesamtentlastung von zwei Milliarden Euro.
Für Arbeitnehmer bedeutet die Reform, dass ab sofort auch Beschäftigte ab 60 Jahren in den FLAF einzahlen müssen. Die direkten Subventionen werden bis Ende 2026 um 23 Prozent gekürzt und damit auf das Vorkrisenniveau von 2019 zurückgeführt. Durch Konsolidierungsmaßnahmen konnte die Regierung zudem Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro für 2027 und 2,5 Milliarden Euro für 2028 erzielen.
Im Bildungsbereich sind zusätzliche Mittel in Höhe von 130 Millionen Euro für 2027 und 210 Millionen Euro für 2028 vorgesehen. Ab Herbst 2027 wird ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr eingeführt. Sozialministerin Korinna Schumann muss bis Sommer 2027 erstmals einen Bericht zum Nachhaltigkeitsmechanismus vorlegen.
Der Kompromiss kombiniert Steuererhöhungen für gut verdienende Unternehmen mit Entlastungen für Arbeitgeber und Haushalte. Während die Bildungsausgaben steigen, treten gleichzeitig Kürzungen bei Subventionen und neue FLAF-Regelungen in Kraft. Mit dem Konsolidierungskurs strebt die Regierung bis 2028 eine langfristige Haushaltsstabilität an.






