04 April 2026, 20:04

Durchbruch in Freiberg: Aus E-Methanol wird klimaneutrales Benzin für die Zukunft

Balkendiagramm, das die erneuerbare Stromerzeugung nach Kraftstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Durchbruch in Freiberg: Aus E-Methanol wird klimaneutrales Benzin für die Zukunft

Ein bedeutender Fortschritt in der nachhaltigen Kraftstoffproduktion ist in Deutschland gelungen. Zum ersten Mal wurde in einer Pilotanlage in Freiberg erneuerbares E-Methanol aus Dänemark in fast 23.000 Liter klimaneutrales Benzin umgewandelt. Der Durchbruch gelang im Rahmen des DeCarTrans-Projekts, das die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen fossilen Brennstoffen um bis zu 90 Prozent senken soll.

Unterdessen besuchten Vertreter der TU Bergakademie Freiberg und der CAC ENGINEERING GmbH kürzlich das weltweit erste E-Methanol-Werk im industriellen Maßstab in Kassø, Dänemark. Die Reise markierte einen entscheidenden Moment für das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Vorhaben.

Das in Freiberg eingesetzte E-Methanol wurde aus biogenem CO₂ und grünem Wasserstoff hergestellt, die beide mit Ökostrom erzeugt wurden. In der Pilotanlage wurde dieser Rohstoff zu synthetischem, klimaneutralem Benzin verarbeitet. Bisher hat das Projekt bereits 253.700 Liter nachhaltigen Kraftstoff an seine Partner ausgeliefert.

Professor Martin Gräbner, Experte für Energieverfahrens­technik an der TU Bergakademie Freiberg, bezeichnete die Nutzung von E-Methanol als "zukunftsweisenden Meilenstein". Das Teilprojekt der Universität, das mit 12,78 Millionen Euro gefördert wird, zielt darauf ab, die langfristige Machbarkeit der synthetischen Benzinproduktion zu beweisen.

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Während des Besuchs in Kassø begutachteten die Delegierten die Anlage, die das erneuerbare Methanol für das Projekt liefert. Dr. Mario Kuschel, Leiter Forschung und Entwicklung bei CAC ENGINEERING, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit für German eFuel One – eine geplante Großanlage in Niedersachsen, die Deutschlands erstes industrielles Werk für synthetisches Benzin werden soll.

Trotz der Fortschritte befinden sich weltweit derzeit keine großtechnischen E-Methanol-Anlagen im Bau oder in Planung. Die Finanzierung und der Bau solcher Einrichtungen dauern in der Regel fünf bis neun Jahre. Deutschlands einzige bestehende Anlage bleibt die 2023 eröffnete Pilotanlage in Leuna.

Das DeCarTrans-Projekt hat gezeigt, dass ein geschlossener Kohlenstoffkreislauf die Emissionen drastisch reduzieren kann. Mit bereits 253.700 Litern nachhaltigem Kraftstoff, die an Partner verteilt wurden, rückt die Initiative näher an den Nachweis der industriellen Machbarkeit. In der nächsten Phase geht es um die Hochskalierung der Produktion – mit German eFuel One als künftigem Schlüsselstandort für die Herstellung von synthetischem Benzin.

Quelle