E.ON-Chef fordert radikale Strommarkt-Reform vor Reiche-Plänen
Deutschlands Strommarkt steht vor Forderungen nach grundlegender Reform
Steigende Kosten und Ineffizienzen belasten das System – nun wachsen die Rufe nach einem radikalen Wandel. Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns E.ON, hat die Bundesregierung zum schnellen Handeln aufgefordert. Seine Äußerungen fallen kurz vor der für die kommenden Tage geplanten Vorstellung eines neuen Reformpakets durch Wirtschaftsministerin Katharina Reiche.
Birnbaum warnte, dass das aktuelle Energiesystem zwar beim Ausbau der Erneuerbaren erfolgreich gewesen sei, nun aber dringend modernisiert werden müsse. Ohne Anpassungen drohe es, auf Dauer nicht mehr tragfähig zu sein. In den letzten Monaten hatten Überschüsse an Solarstrom die Kosten für den Bundeshaushalt in die Höhe getrieben und den Reformdruck weiter erhöht.
Reiches anstehende Vorschläge sollen unter anderem eine Neuordnung der Subventionen für Erneuerbare Energien sowie überarbeitete Regeln für Netzanbindungen umfassen. Birnbaum unterstützte ihre Pläne und forderte eine „echte Systemtransformation“, die Fortschritt mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang bringe. Er warnte davor, Veränderungen allein aus Bequemlichkeit abzulehnen – selbst wenn einige am alten System festhalten wollten, unabhängig von den finanziellen Folgen.
Laut Birnbaum sollten die Reformen zentrale Bereiche abdecken: Infrastruktur, Wärmeversorgung, Mobilität, Digitalisierung und Flexibilität. Reiches Gesetzespaket bezeichnete er als „mutig“ und notwendig, um zu verhindern, dass die Energiewende die Wirtschaft belastet. Ziel der Regierungspläne ist es, Ineffizienzen zu beseitigen, ohne das Wachstum der Erneuerbaren in Deutschland zu bremsen. Falls umgesetzt, könnten die Änderungen die Verwaltung von Subventionen und Netzzugang grundlegend verändern. Birnbaums Rückendeckung deutet darauf hin, dass die Branche die Vorschläge als entscheidenden Schritt nach vorn betrachtet.






