Edenhofer zerpflückt Spahns Atomkraft-Pläne und fordert Solar-Reformen
Tobias SeidelEdenhofer zerpflückt Spahns Atomkraft-Pläne und fordert Solar-Reformen
Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), hat jüngste Energievorschläge in Deutschland scharf kritisiert. Er wies Forderungen nach einer Reaktivierung stillgelegter Atomkraftwerke als wirtschaftlich nicht tragbar zurück. In seinen Äußerungen ging er zudem auf Schwächen bei der Förderung von Solarenergie ein und thematisierte die Zukunft von Gaskraftwerken.
Edenhofer widersprach damit direkt dem Vorschlag von Jens Spahn, alte Atomreaktoren wieder ans Netz zu bringen. Zwar lehnt er Kernenergie nicht grundsätzlich ab, doch zweifelt er die hohen Kosten und praktischen Herausforderungen einer Wiederinbetriebnahme veralteter Meiler an. Auch den Bau neuer Reaktoren hielt er für unrealistisch – angesichts der enormen wirtschaftlichen Belastungen.
Bei der Solarenergie benannte er ein zentrales Problem der aktuellen Regelungen: Private Betreiber, die bei Überschuss Strom ins Netz einspeisen, erhalten feste Vergütungssätze, was ineffiziente Anreize schafft. Stattdessen schlug er vor, diese Tarife an die Großhandelspreise zu koppeln, um die Nutzung privater Batteriespeicher zu fördern.
Der Ökonom argumentierte zudem, dass großflächige Solaranlagen zuverlässiger Energie liefern als kleine Dachinstallationen. Seine Position deckt sich mit der von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die ebenfalls neue Gaskraftwerke für notwendig hält. Beide sind sich einig, dass diese parallel zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren betrieben werden sollten, um die Netzstabilität zu sichern.
Edenhofers Aussagen unterstreichen die wirtschaftlichen Hürden einer Renaissance der Atomkraft in Deutschland. Seine Vorschläge zielen auf eine Reform der Solarförderung und eine klug abgestimmte Kombination von Gaskraftwerken mit Erneuerbaren ab. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen wider, die zwischen Energiekosten, Effizienz und langfristiger Nachhaltigkeit bestehen.






