26 March 2026, 02:06

Elektrowende bedroht deutsche Autohäuser: Serviceeinbruch und Standortsterben drohen

Balkendiagramm, das die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten zeigt, mit der Gesamtkapazität von BMW.

Elektrowende bedroht deutsche Autohäuser: Serviceeinbruch und Standortsterben drohen

Deutsche Autohäuser stehen vor tiefgreifendem Umbruch durch die Elektrowende

Die deutsche Autohandelsbranche erlebt massive Umwälzungen, da Elektrofahrzeuge den Markt grundlegend verändern. Burkhard Weller, Inhaber eines Autohauses und Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), warnt vor drastischen Rückgängen im Servicegeschäft und einer schrumpfenden Zahl unabhängiger Betreiber. Seine jüngsten Äußerungen unterstreichen den wachsenden Druck auf die Branche, sich schnell anzupassen.

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Im aktuellen AUTOHAUS-Podcast äußerte Weller Besorgnis über die finanziellen Belastungen durch die Elektrifizierung. Er prognostiziert, dass die Serviceumsätze um bis zu 50 Prozent einbrechen könnten, falls der Umstieg auf Elektroautos im bisherigen Tempo voranschreitet. Der lukrative Aftersales-Bereich, eine wichtige Einnahmequelle für Händler, gerät ins Wanken, da E-Fahrzeuge deutlich weniger Wartung benötigen als Verbrenner.

Der ZDK fordert klarere politische Unterstützung, um den Wandel abzufedern. Weller plädiert für schnellere Auszahlung von Fördergeldern, eine rückwirkende Berücksichtigung ab dem 1. Januar sowie ausgeweitete Anreize für junge gebrauchte Elektroautos. Zudem betont er die Notwendigkeit vereinfachter Prozesse, damit Subventionen nahtlos in den Verkaufsablauf integriert werden – ohne zusätzlichen Bürokratieaufwand.

In Berlin hat Weller bereits erste Gespräche mit Politikern geführt. Seine Erfahrung zeigt: Behörden reagieren eher, wenn Unternehmer ihre Anliegen persönlich vorbringen. Ziel des ZDK ist es, die politische Vertretung der Händler zu stärken, um regulatorische und marktbedingte Herausforderungen besser zu meistern.

Langfristig rechnet Weller mit einem deutlichen Rückgang der Standorte und unabhängigen Betreiber. Er schätzt, dass weniger als 3.000 Autohäuser übrig bleiben – ein deutlicher Schwund gegenüber heute –, da sich die Branche unter finanziellem Druck konsolidiert.

Die Automobilwirtschaft steht vor einschneidenden Veränderungen: weniger Händler, ein schwächerer Servicebereich. Wellers Forderungen nach klaren Förderprogrammen und politischer Lobbyarbeit sollen die Existenzkrise der Betreiber abmildern. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es der Branche gelingt, sich in der Elektroära wirtschaftlich zu behaupten.

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