23 May 2026, 22:05

Erlangen streicht "sexistische" Partyhits von der Bergkirchweih-Playlist

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Erlangen streicht "sexistische" Partyhits von der Bergkirchweih-Playlist

Die Stadtverwaltung Erlangen hat einen Index mit als „sexistisch“ eingestuften Liedern erstellt und Wirte aufgefordert, diese beim diesjährigen Bergkirchweih-Volksfest nicht zu spielen. Der Schritt folgt einer Beschwerde aus dem vergangenen Jahr über aggressive Verhaltensweisen gegenüber Frauen während des Festes. Bei fast einer Million erwarteter Besucher setzen sich die Verantwortlichen dafür ein, dass die Feierlichkeiten „besonders frei von Diskriminierung“ bleiben.

Die Entscheidung knüpft an einen Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2021 an, der mit Unterstützung von CSU, Linken und SPD Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilte. Nun sind bekannte Partyhits wie Skandal im Sperrbezirk sowie Titel von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel wegen ihrer angeblich problematischen Texte auf der Liste gelandet.

Wackel, dessen Lied Joana die Zeile Du geile Sau enthält, kritisierte die Einschränkungen und behauptete, viele Künstler hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten. Jürgen Thurnau, Sänger der Spider Murphy Gang, ging noch weiter und verglich die Situation mit der Zensur in der DDR. Unterdessen zeigen sich lokale Wirte skeptisch gegenüber den neuen Richtlinien der Stadt.

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Die Verwaltung betont, dass es sich nicht um ein Verbot, sondern um eine Empfehlung handle. Dennoch hat die Debatte vor dem Fest, das traditionell große Menschenmassen für Bier, Musik und Feiern anzieht, an Schärfe gewonnen. Ziel des Index ist es, ein sicheres Umfeld auf der Bergkirchweih zu schaffen – insbesondere für Frauen. Die Wirte stehen nun vor der Entscheidung, ob sie dem Rat der Stadt folgen oder die umstrittenen Lieder weiterhin spielen. Das Ergebnis könnte prägen, wie künftige Feste den Spagat zwischen Tradition und dem Ruf nach inklusiveren Feiern meistern.

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