Experten fordern höhere Tabaksteuern – soll das Rauchen Jugendlicher eindämmen
Tobias SeidelExperten fordern höhere Tabaksteuern – soll das Rauchen Jugendlicher eindämmen
Experten fordern eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuern, um den Raucheranteil zu senken und die Gesundheitsversorgung zu finanzieren. Sie argumentieren, dass höhere Preise Jugendliche vom Einstieg abhalten und Rauchern den Ausstieg erleichtern. Einige schlagen zudem vor, die zusätzlichen Einnahmen nach dem Verursacherprinzip für die Behandlung tabakbedingter Erkrankungen zu verwenden.
Christos Pantazis unterstützt höhere Tabakpreise und eine stabile Besteuerung, um das Rauchen bei Jugendlichen einzudämmen. Er möchte, dass die Debatte sich auf die Verringerung der Abhängigkeit und die Krebsprävention konzentriert – und nicht nur auf die Einnahmensteigerung.
Simone Borchardt stimmt zu, dass die Tabaksteuereinnahmen den Gesundheitsfonds stärken sollten. Sie ist der Meinung, dass Raucher – und nicht die Steuerzahler – die Kosten für die Behandlung tabakbedingter Krankheiten tragen sollten. Dies entspricht dem Verursacherprinzip, bei dem die Verursacher von Schäden für die Folgen aufkommen müssen.
Der Tabakkontrollexperte Streeck verweist auf die Erfolge von Preiserhöhungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Er betont, dass viele Raucher aufhören, wenn Zigaretten teurer werden. Der größte Effekt zeige sich jedoch bei Jugendlichen: Immer weniger fangen wegen der hohen Kosten mit dem Rauchen an.
Borchardt fügt hinzu, dass ein angemessener Teil der Tabaksteuereinnahmen in das Gesundheitssystem fließen sollte. Dadurch ließe sich die finanzielle Belastung durch die Behandlung tabakbedingter Erkrankungen verringern – und die Industrie würde einen Beitrag zur Lösung leisten.
Die Forderung nach höheren Tabaksteuern zielt darauf ab, die Raucherquote zu drücken und die Gesundheitsdienste zu entlasten. Experten sehen darin eine Möglichkeit, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten und die Behandlung der Folgeerkrankungen zu finanzieren. Die Vorschläge warten nun auf weitere Beratungen unter den politischen Entscheidungsträgern.






