Frauen prägen Apotheken wie nie – doch Lohnungleichheit bleibt
Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland wie nie zuvor
Im Jahr 2024 stellen Frauen 89,2 Prozent aller Beschäftigten in öffentlichen Apotheken bundesweit – ein historischer Höchststand. Dieser Anstieg setzt einen kontinuierlichen Trend fort: 2010 lag der Frauenanteil noch bei etwa 72 Prozent.
Die aktuellen Zahlen zeigen eine deutliche Geschlechterungleichheit in allen Berufen des Apothekenwesens. Unter den Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) sind 96,6 Prozent Frauen, bei den Pharmazeutischen Kaufleuten (PKA) sogar 97,5 Prozent. Auch in führenden Positionen sind Frauen in der Mehrheit: 74,1 Prozent der approbierten Apothekerinnen und 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden im Praktischen Jahr (PhiP) sind weiblich.
Apothekenmitarbeiterinnen übernehmen zentrale Aufgaben wie Patientenberatung, Arzneimittelsicherheit und den täglichen Betrieb. Doch trotz ihrer dominierenden Präsenz sehen sie sich nach wie vor mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. So beträgt der Gender-Pay-Gap in Deutschland weiterhin 16 Prozent – Frauen verdienen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde. Zudem tragen sie außerhalb des Berufs zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Hausarbeit und den Löwenanteil der Pflege von Angehörigen.
Forderungen nach Reformen zielen auf bessere Arbeitsbedingungen ab. Flexiblere Arbeitszeiten könnten helfen, Beruf und Privatleben besser zu vereinbaren. Die Politik wird aufgefordert, Teilzeitarbeit zu stärken und Care-Arbeit fairer anzuerkennen – etwa durch eine bessere Berücksichtigung in der Rentenberechnung.
Mit 162.000 Beschäftigten ist der Apothekensektor heute stark von Frauen geprägt. Ihre wachsende Präsenz in fast allen Bereichen steht jedoch im Kontrast zu anhaltenden Lohnungleichheiten und unbezahlter Sorgearbeit. Die Bewältigung dieser Probleme wird entscheidend sein, um die Zukunftsfähigkeit des Berufsstands zu sichern.






