12 April 2026, 12:05

Fünf neue Traditionen bereichern Deutschlands immaterielles Kulturerbe

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen bereichern Deutschlands immaterielles Kulturerbe

Deutschland hat fünf neue Traditionen in sein Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Entscheidung traf gemeinsam die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Damit steigt die Zahl der anerkannten lebendigen Kulturpraktiken im Land auf insgesamt 173.

Die Neuzugänge reichen von regionalen Festen über handwerkliche Traditionen bis hin zu sportlichen Bräuchen. Vertreter der Behörden betonten, wie diese Traditionen die Kreativität und das gemeinsame Identitätsgefühl von Gemeinschaften in ganz Deutschland widerspiegeln.

Das Auswahlverfahren begann mit Vorschlägen, die vom Fachausschuss Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission geprüft wurden. Jeder Antrag durchläuft eine eingehende Bewertung, bevor über eine Aufnahme entschieden wird. Deutschland beteiligt sich seit 2013 an der UNESCO-Konvention und gehört damit zu 185 Staaten, die das Übereinkommen von 2003 ratifiziert haben.

Zu den neu aufgenommenen Traditionen zählen die Bolzplatz-Kultur – das Straßenfußballspielen als fester Bestandteil des städtischen Lebens –, das Handwerk der Herrenmaßschneiderei, das für Präzision und Kunstfertigkeit steht, sowie der Martinszug im Rheinland mit seinen Laternenumzügen und gemeinschaftlichen Feiern. Zudem wurden die Schaustellerkultur auf Volksfesten und der traditionelle kleinteilige Küstenfischerei in der Ostsee und den Boddengewässern in die Liste aufgenommen.

Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erläuterte, dass immaterielles Kulturerbe dort gedeiht, wo Menschen miteinander in Austausch treten, Wissen weitergeben und Traditionen gemeinsam gestalten. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, pflichtete dem bei und betonte, dass diese Praktiken lebendig bleiben, wenn Gemeinschaften sie aktiv bewahren und an die heutige Zeit anpassen. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete solches Erbe als den "lebendigen Grundstein der modernen kulturellen Identität Deutschlands".

Das nationale Verzeichnis würdigt Traditionen, die kreativ, inklusiv und innovativ sind. Jeder Eintrag steht für eine Praxis, die über Generationen weitergegeben wird und sich zugleich mit der heutigen Gesellschaft weiterentwickelt.

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Die fünf Neuzugänge ergänzen 168 weitere Kulturpraktiken, die bereits im deutschen Register verzeichnet sind. Diese Traditionen zeigen die Vielfalt lokaler Bräuche und die Bedeutung der gemeinsamen Teilhabe, um sie am Leben zu halten. Das Verzeichnis wächst weiter, da immer mehr Gemeinschaften Vorschläge einreichen, die geprüft und möglicherweise aufgenommen werden.

Quelle