Geheimtipp im Apothekenmarkt: Wie ISP mit Seltenen Erkrankungen Millionenumsätze macht
Tobias SeidelGeheimtipp im Apothekenmarkt: Wie ISP mit Seltenen Erkrankungen Millionenumsätze macht
Ein weniger bekannter, aber rasant wachsender Akteur hat sich im niederländischen Versandapothekenmarkt etabliert: Die International Specialty Pharmacy Rare & Orphan Diseases (ISP) mit Sitz in Maastricht hat ihren Umsatz innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Das Unternehmen spezialisiert sich auf hochpreisige Therapien und die sterile Arzneimittelherstellung und gehört zur schweizerischen United Healthcare Partners (UHP)-Gruppe.
Im Jahr 2024 erzielte ISP einen Umsatz von 245 Millionen Euro – fast das Doppelte des Vorjahreswerts. Im Mittelpunkt stehen Enzymersatztherapien, von denen einige bis zu 1,5 Millionen Euro pro Patient und Jahr kosten. Anders als die großen Konkurrenten Shop Apotheke und DocMorris blieb ISP trotz seines schnellen Wachstums bisher weitgehend unbeachtet.
Als Tochterunternehmen von UHP profitiert ISP von einem Netzwerk von 600 Fachkräften im Gesundheitswesen, die jährlich über 5.000 Patienten versorgen. Dazu gehören 42.000 Infusionen und die Auslieferung von rund 100.000 Produkten. Die Geschäftstätigkeit stützt sich auf die Heimversorgungsrichtlinie (HKP), die die Abrechnung von Pflegeeinsätzen zu Hause ermöglicht – wenn auch mit schmalen Gewinnmargen.
Während Shop Apotheke den niederländischen Versandmarkt mit 500 Millionen Euro Umsatz dominiert und DocMorris mit 250 Millionen Euro folgt, hat sich ISP eine Nische bei Seltenen und Orphan Diseases (Waisenerkrankungen) erarbeitet. Details zur europäischen Expansion, den betreuten Patientengruppen oder den genauen Therapieformen bleiben jedoch undurchsichtig.
Das Wachstum von ISP unterstreicht die Nachfrage nach spezialisierten pharmazeutischen Dienstleistungen in den Niederlanden. Mit seinem Fokus auf sterile Produktion und kostspielige Therapien hebt sich das Unternehmen von den großen Versandapotheken ab. Dennoch prägen finanzielle Einschränkungen und begrenzte Abrechnungsmöglichkeiten im Rahmen der HKP weiterhin den Geschäftsbetrieb.






