Grevenbroichs Bürgermeister warnt vor finanzieller Überlastung durch explodierende Kreisumlage
Anton WolfGrevenbroichs Bürgermeister warnt vor finanzieller Überlastung durch explodierende Kreisumlage
Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen fordert dringende finanzielle Entlastung, da steigende Kosten die kommunalen Haushalte bedrohen. Die Kreisumlage – eine Pflichtabgabe der Städte und Gemeinden an den Rhein-Kreis Neuss – ist für Grevenbroich allein innerhalb von zwei Jahren um über 50 Prozent explodiert. Krützen warnt: Ohne Gegenmaßnahmen werde es für die Kommunen immer schwieriger, Schulen, Straßen und soziale Einrichtungen zu finanzieren.
Die Kreisumlage steigt kontinuierlich an und setzt die Städte im gesamten Kreis unter massiven Druck. 2025 liegt der Hebesatz bei 34,9 Prozent, für 2026 ist eine Erhöhung auf 36,39 Prozent geplant – ein Plus von 4,27 Prozentpunkten. Für Grevenbroich bedeutet das eine Steigerung der Abgaben von 33,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf voraussichtlich 50 Millionen Euro bis 2026. Auch Rommerskirchen ächzt unter der Last, da die Umlage mittlerweile zu den größten Posten im Haushalt zählt.
Krützen betont zwar, dass die Kreisumlage wichtige regionale Aufgaben finanziert, doch ihr rasantes Wachstum entziehe den Kommunen die Mittel für lokale Bedürfnisse. Gefährdet seien Schulen, Kitas und Infrastrukturprojekte. Er unterstützt daher die Forderung kommunaler Spitzenverbände nach einem verbindlichen Einsparziel von zwei Prozent im Kreishaushalt, um die Belastung zu verringern.
Der Bürgermeister stellt die Debatte in den Kontext von Gerechtigkeit und Solidarität. "Starke Kommunen sind das Fundament für den sozialen Zusammenhalt und eine funktionierende Demokratie", erklärt er. Ohne Kurskorrektur werde die steigende Umlage die Handlungsfähigkeit der Städte weiter aushöhlen und ihre Investitionen in die Bürgerinnen und Bürger gefährden.
Die finanzielle Schere ist in Grevenbroich bereits spürbar: Die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen für 2026 werden die Kreisumlage voraussichtlich nicht mehr vollständig decken. Mit seiner Initiative für ein Sparziel will Krützen die Kosten begrenzen und lokale Leistungen schützen. Die Entscheidung wird maßgeblich darüber bestimmen, wie gut die Kommunen in den kommenden Jahren Bildung, Infrastruktur und soziale Programme finanzieren können.






