Grüne und CDU starten zähe Sondierungen in Baden-Württemberg nach Wahlkrise
Luisa HofmannGrüne und CDU starten zähe Sondierungen in Baden-Württemberg nach Wahlkrise
Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg beginnen unter angespannten Vorzeichen
Zwei Wochen nach der Landtagswahl am 8. März 2026 haben die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg erste explorative Gespräche in Stuttgart aufgenommen. Die Stimmung bleibt angespannt, da die Konflikte aus dem Wahlkampf noch immer ungelöst sind.
Die erste Runde der Sondierungen fand am 24. März 2026 in der Stuttgarter Fußgängerzone statt. Die Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU trafen getrennt ein und mieden gemeinsame Auftritte. Im Inneren führten Cem Özdemir und der CDU-Landesvorsitzende Manuel Hagel mehrere vertrauliche Gespräche, um das Vertrauen wiederherzustellen.
Während die Grünen die Verhandlungsteilnehmer mit Getränken und Brezeln mit Butter bewirteten, hielt die CDU die Presse auf Distanz. Noch vor Beginn der Gespräche kritisierte der CDU-Innenminister Thomas Strobl Journalisten – und wurde dafür von Hagel zurechtgewiesen. Später unterschied Strobl zwischen den "Kretschmann-Grünen" und den "Özdemir-Grünen" und deutete an, dass Letztere schwieriger im Umgang seien.
Hinter den Kulissen forderte die CDU mehr Ministerposten als die Grünen, um eine blockierte Landesregierung zu vermeiden. Beide Seiten brachten Listen mit Wunschkandidaten für das Kabinett mit, doch die Verhandlungen stockten an der Frage der Machtverteilung. CDU-Vertreter warfen den Grünen zudem vor, im Wahlkampf eine Schmierenkampagne betrieben zu haben, während Hagel nach der Wahl mit Hasskommentaren und Drohungen im Netz konfrontiert wurde.
Die aktuellen Gespräche knüpfen an eine zehnjährige Zusammenarbeit von Grünen und CDU an, die 2016 begann. Doch trotz der gemeinsamen Vergangenheit starten diese Verhandlungen auf wackeligem Boden.
Die Sondierungen markieren den ersten offiziellen Schritt zur Regierungsbildung. Bei Erfolg würde die Koalition eine Partnerschaft fortsetzen, die fast ein Jahrzehnt Bestand hat. Zunächst müssen beide Seiten jedoch die tiefsitzenden Spannungen überwinden, bevor es zu vollständigen Koalitionsverhandlungen kommen kann.






