Kfz-Handwerk kämpft mit Fachkräftemangel und Digitalisierung der Ausbildung
Tobias WernerKfz-Handwerk kämpft mit Fachkräftemangel und Digitalisierung der Ausbildung
Deutschlands Kfz-Handwerk bleibt Spitzenreiter in der beruflichen Ausbildung – doch die Branche steht vor wachsenden Herausforderungen. Mit aktuell 73.500 Auszubildenden geht die Nachfrage nach klassischen Kfz-Mechatroniker-Berufen seit 2021 zurück. Der Wandel hin zu Elekromobilität und neuen Mobilitätstechnologien verändert die Anforderungen an junge Fachkräfte grundlegend.
Die rückläufige Ausbildungsnachfrage ist jedoch nicht bundesweit gleich verteilt: Während Bayern und Baden-Württemberg stabil bleiben, verzeichnen ostdeutsche Bundesländer und wirtschaftsschwächere Regionen stärkere Einbrüche. Gleichzeitig steigt das Interesse an mechatronischen Berufen mit Fokus auf Elektromobilität – insbesondere in den zentralen Automobilclustern.
Betriebe nennen zwei Hauptprobleme: zu wenige Bewerber und mangelnde Qualifikation der Kandidaten. Viele Unternehmen setzen daher verstärkt auf Praktika, um Nachwuchskräfte zu gewinnen und deren Eignung für die Branche zu prüfen. Künftige Auszubildende benötigen vor allem stärkere Kenntnisse in Hochvoltsystemen, Software und Elektrotechnik – Bereiche, in denen die aktuelle Ausbildung oft Lücken aufweist.
Branchenvertreter sind sich einig: Die Modernisierung der Ausbildungsinhalte ist dringend nötig. Elektrische Systeme, Elektronik und digitale Kompetenzen müssen in den Lehrplänen stärker verankert werden. Um diesen Wandel zu unterstützen, planen Verbände, die Weiterbildung von Ausbildern auszubauen, digitale Lehrmittel zu entwickeln und gezielte Kampagnen zur Nachwuchsgewinnung zu starten.
Trotz der Herausforderungen bleibt das duale Ausbildungssystem zentral für die Fachkräftesicherung. Die Mischung aus Tradition und Innovation prägt weiterhin den Ansatz des Kfz-Handwerks, um die nächste Generation auszubilden.
Die Anforderungen an die Ausbildung im Automobilsektor entwickeln sich parallel zum technologischen Fortschritt. Betriebe müssen ihre Lehrinhalte anpassen, um neue Kompetenzen zu vermitteln, während Branchenverbände an besserer Nachwuchsgewinnung und modernen Lehrmethoden arbeiten. Das Ziel ist klar: Deutschlands führendes Berufsbildungssystem muss mit der Mobilitätswende Schritt halten.






