31 May 2026, 00:04

Klimaproteste legen Ruhrgebiets-Industrie lahm – Blockaden gegen fossile Energien und Rüstungsproduktion

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Klimaproteste legen Ruhrgebiets-Industrie lahm – Blockaden gegen fossile Energien und Rüstungsproduktion

Klimaschutzaktivist:innen haben in dieser Woche die Proteste im Ruhrgebiet ausgeweitet und gezielt wichtige Industrieanlagen wegen des Ausbaus fossiler Energien ins Visier genommen. Die von dem antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände geführten Demonstrationen legten an mehreren Standorten den Betrieb lahm, darunter Kraftwerke und ein Stahlwerk, das mit der Rüstungsproduktion verbunden ist.

Die Proteste begannen mit einer Blockade am Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo sich die Aktivist:innen gegen den Bau einer neuen Gaseinheit wandten. Einige montierten vor Ort Solarpaneele, um auf Alternativen aus erneuerbaren Energien aufmerksam zu machen. Unterdessen unterbrachen Demonstrant:innen am Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte – betrieben vom Rüstungskonzern KNDS – den Schichtwechsel und kritisierten, dass das Unternehmen sich auf Panzerstahl statt auf Komponenten für Windkraftanlagen konzentriere. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über eine Milliardensubvention für eine Beteiligung an KNDS.

Ebenfalls besetzten Aktivist:innen Gleisanlagen bei Europipe in Mülheim an der Ruhr, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Gleichzeitig gab es juristische Rückschläge: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein Polizeiverbot für Proteste am Kraftwerk Gersteinwerk und begründete dies mit der Gefahr zivilen Ungehorsams. Die Veranstalter:innen legten Berufung ein und kündigten an, unabhängig vom Urteil weiterzumachen – eine Entscheidung wird für Freitagabend erwartet.

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Der Höhepunkt der Kampagne steht am Samstag an, wenn eine Großdemonstration stattfindet, unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact. Tausende werden zu der Kundgebung gegen den Ausbau von fossilem Gas erwartet.

Die Proteste haben bereits zu Betriebsstörungen in Industrieanlagen und rechtlichen Herausforderungen für die Organisator:innen geführt. Angesichts der geplanten Großdemo am Samstag sind weitere Behinderungen wahrscheinlich. Die geplante Staatsbeteiligung an KNDS und die Expansionspläne des Kraftwerks bleiben zentrale Streitpunkte.

Quelle