08 May 2026, 12:05

Krankenhausfinanzierung in der Krise: Warum Millionen Behandlungen ambulant möglich wären

Eine detaillierte Plakatillustration eines deutschen Krankenhauses mit Gebäuden, Fenstern, Türen, Balkonen und begleitendem informativen Text.

Krankenhausfinanzierung in der Krise: Warum Millionen Behandlungen ambulant möglich wären

Deutschlands Krankenhausfinanzierung gerät unter Druck: Neue Daten zeigen, dass ein großer Teil der stationären Behandlungen ambulant möglich wäre

Das deutsche System der Krankenhausfinanzierung steht vor wachsenden Herausforderungen, nachdem aktuelle Daten offenbaren, dass ein beträchtlicher Anteil der stationären Behandlungen auch ambulant erfolgen könnte. Mehr als die Hälfte aller Krankenhausfälle bundesweit im Jahr 2024 – rund 8,6 Millionen von 15,2 Millionen – hätten demnach vermieden oder ohne Übernachtung behandelt werden können. Dies hat Forderungen nach einer Reform des Bereitschaftsfinanzierungsmodells und flexibleren Regelungen für Gesundheitsdienstleister laut werden lassen.

Eine aktuelle Analyse unterstreicht das Ausmaß des Problems: Allein in Sachsen-Anhalt hätten im vergangenen Jahr etwa 280.000 der 480.000 Krankenhausfälle ambulant bewältigt oder durch präventive Maßnahmen vermieden werden können – das entspricht 57 Prozent aller Fälle. Besonders großes Potenzial für eine Umstellung zeigt sich in der Inneren Medizin und der Allgemeinchirurgie. Bundesweit ist das Bild ähnlich: 58 Prozent der Fälle in der Inneren Medizin und 63 Prozent in der Allgemeinchirurgie gelten als für eine ambulante Behandlung geeignet.

Auch die finanziellen Konsequenzen sind deutlich: Ambulante Behandlungen sind deutlich kostengünstiger als stationäre Aufenthalte, doch bereits jetzt übersteigen die Forderungen der Krankenhäuser das für 2025 vereinbarte Budget um 12 Prozent. Experten fordern eine Anpassung des Bereitschaftsfinanzierungsmodells, um Leistungen auszuklammern, die sicher in den ambulanten Bereich verlagert werden können. Zudem kritisieren sie die zu starren Vorgaben für „sektorübergreifende Anbieter“, die regionale Lösungen erschweren.

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Kritiker bemängeln, dass die mangelnde Flexibilität des Systems eine effizientere Nutzung der Ressourcen verhindert. Ohne Reformen könnten Krankenhäuser weiterhin mit Finanzierungslücken kämpfen und gleichzeitig Chancen verpassen, unnötige Einweisungen zu reduzieren.

Die Erkenntnisse deuten auf einen möglichen grundlegenden Wandel in der Krankenhausversorgung hin. Da mehr als die Hälfte der stationären Fälle vermeidbar oder ambulant behandelbar wären, könnten Reformen bei Finanzierung und Regulierung die finanzielle Belastung verringern. Eine Anpassung des Bereitschaftsfinanzierungsmodells und Lockerungen für sektorübergreifende Anbieter könnten dazu beitragen, das Gesundheitswesen besser an den tatsächlichen Bedarf der Patientinnen und Patienten anzupassen.

Quelle