26 March 2026, 00:05

Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum Buchhändler und Filmfestspiele ihn herausfordern

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern ├Ąußerhalb des Kanzleramts in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Geb├Ąuden im Hintergrund.

Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum Buchhändler und Filmfestspiele ihn herausfordern

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, steht wegen mehrerer jüngster Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Zu den umstrittenen Maßnahmen zählen der Ausschluss unabhängiger Buchhandlungen von einem wichtigen Preis, der Baustopp für eine Bibliothekserweiterung sowie der Versuch, eine Filmfestspielleiterin abzusetzen. Trotz der Vorwürfe haben Bundeskanzler Olaf Scholz und CDU-Chef Friedrich Merz ihm öffentlich Rückhalt zugesichert.

Der aktuelle Streit entzündete sich, als Weimer drei unabhängige Buchhandlungen – Der Goldene Laden in Bremen, den Buchladen Rote Straße in Göttingen und Zur Schwankenden Weltkugel in Berlin – vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 ausschloss. Als Begründung führte er "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" an, ohne jedoch konkrete Belege vorzulegen oder den Betrieben Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die Entscheidung löste Proteste des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels aus, darunter Petitionen, öffentliche Kritik von dessen Präsident Sebastian Guggolz sowie Störaktionen in Form von Buh-Rufen während der Leipziger Buchmesse im März 2026. Auch der Deutsche Kulturrat verurteilte den Schritt, während sich die Gedenkstättengemeinschaft Buchenwald-Dora bislang nicht öffentlich äußerte.

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Zusätzliche Kritik zog Weimer auf sich, nachdem er die Verleihung des Preises der Deutschen Buchbranche absagte und Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz überprüfen ließ. Medienberichten zufolge versuchte er zudem, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen. Sein Plan, den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen, stieß bei Kultureinrichtungen auf scharfe Ablehnung.

Trotz der Vorwürfe verteidigte Kanzler Scholz Weimer und betonte, viele seiner kulturpolitischen Initiativen würden breite Unterstützung genießen. Auch CDU-Chef Friedrich Merz erklärte im Bundestag, das Vertrauen in den Minister sei ungebrochen – Kontroversen gehörten in einer solchen Position "dazu".

Bereits zuvor hatten die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Gemeinschaft der Zwangsarbeiter Weimer aufgefordert, als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Lagers abzusagen – ein weiterer Beleg für die Spannungen um seine Amtsführung.

Trotz der anhaltenden Kontroversen bleibt Weimer vorerst im Amt, gestützt durch zentrale politische Akteure. Die Debatten um Buchhandelsausschlüsse, Verfassungsschutzprüfungen und Baustopps halten die deutsche Kulturszene weiter in Atem. Offizielle Stellungnahmen zu einer möglichen Neuausrichtung seiner Rolle stehen noch aus.

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