Luftfahrtbranche in der Krise: Hohe Kerosinpreise und Jobverluste gefährden Deutschlands Flugverkehr
Tobias SeidelLuftfahrtbranche in der Krise: Hohe Kerosinpreise und Jobverluste gefährden Deutschlands Flugverkehr
Deutschlands Luftfahrtbranche kämpft mit steigenden Kosten und politischen Wechseln
Die deutsche Luftfahrt steht vor wachsenden Belastungen und sich ändernden Rahmenbedingungen, da die Treibstoffpreise in die Höhe schnellen und Steuerreformen greifen. Allein die Lufthansa rechnet aufgrund explodierender Kerosinpreise mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Luftverkehrsabgabe angepasst, nachdem es zu Beginn des Jahres eine deutliche Erhöhung gegeben hatte.
Die Änderungen erfolgen vor der Vorstellung einer neuen Nationalen Luftfahrtstrategie, die im Juni auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) präsentiert werden soll.
Seit Dezember 2023 haben sich die Kerosinpreise mehr als verdoppelt – für die Lufthansa bedeutet das eine zusätzliche Belastung von 1,7 Milliarden Euro bei den Treibstoffkosten. Der Preisschub setzt eine Branche weiter unter Druck, die sich noch immer von den Folgen der Pandemie erholt. 2025 fertigten deutsche Flughäfen 219,8 Millionen Passagiere ab – 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019.
Im Mai 2024 hatte Deutschland die Luftverkehrsabgabe um 19,4 Prozent erhöht. Doch eine aktuelle Gesetzesreform hat diesen Anstieg nun rückgängig gemacht und die Sätze stattdessen um 16,1 Prozent gesenkt. Die oppositionelle AfD geht noch weiter und fordert eine vollständige Abschaffung der Steuer bis zum 1. Dezember 2024.
Doch die Probleme der Branche beschränken sich nicht auf die Kosten. Rund 10.000 Arbeitsplätze in der deutschen Luftfahrt sind derzeit gefährdet. Die anstehende Nationale Luftfahrtstrategie, die vom lizenzierten Privatpiloten Friedrich Merz vorgestellt wird, soll diese Herausforderungen angehen. Experten warnen jedoch, dass die Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Branche zu sichern.
Die Berliner Luftfahrtschau (ILA) im Juni wird als Plattform für die Vorstellung der Strategie dienen. Unterdessen ringt die Branche weiterhin mit finanziellen Engpässen und regulatorischer Unsicherheit.
Die Steueranpassungen der Bundesregierung bringen zwar etwas Entlastung, doch hohe Treibstoffkosten und Arbeitsplatzverluste bleiben drängende Probleme. Ob die Nationale Luftfahrtstrategie die Branche stabilisieren kann, hängt davon ab, ob es gelingt, wirtschaftliche Zwänge mit langfristigem Wachstum in Einklang zu bringen. Airlines, Flughäfen und Beschäftigte werden die Pläne mit Spannung erwarten, wenn sie nächsten Monat vorgestellt werden.






