Mietpreise explodieren: Für 1.000 Euro gibt es heute bis zu 29 Quadratmeter weniger Wohnfläche
Tobias WernerMietpreise explodieren: Für 1.000 Euro gibt es heute bis zu 29 Quadratmeter weniger Wohnfläche
Mieten in Deutschlands Großstädten explodieren – Mieter bekommen für denselben Preis immer weniger Wohnfläche
Seit 2020 ist der bezahlbare Wohnraum in 60 von 80 Städten um mindestens zehn Prozent geschrumpft. Experten warnen: Ohne schnelles Handeln wird sich die Lage weiter verschärfen.
Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Metropolen wie Berlin, wo man für 1.000 Euro Kaltmiete heute 16 Quadratmeter weniger bekommt als noch 2022. Auch in Wiesbaden ist der Rückgang deutlich: Im März 2022 reichte dasselbe Budget noch für 91 Quadratmeter, 2024 sind es nur noch 82 – ein Verlust von neun Quadratmetern, was einem Rückgang der Wohnfläche um 9,9 Prozent entspricht.
In anderen Städten fällt der Schwund noch stärker aus: In Gelsenkirchen im Ruhrgebiet schrumpfte die Fläche für dieselbe Miete um 29 Quadratmeter, in Hamburg um zwölf und in Mainz um neun Quadratmeter.
Immowelt-Chef Theo Mseka nennt die Entwicklung „alarmierend“ und führt sie auf steigende Baukosten und höhere Zinsen zurück. Zudem verweist er auf den „Überlaufeffekt“, bei dem die Nachfrage die Mieten in angrenzenden Gebieten in die Höhe treibt, sowie den „Nachholeffekt“, bei dem zuvor stagnierende Mieten plötzlich stark anziehen, um sich dem Marktniveau anzupassen. Ohne gezielte Förderung für Neubauten werde sich die Krise weiter zuspitzen, warnt Mseka.
Deutlich wird: Mieter in ganz Deutschland zahlen gleich viel, erhalten aber immer weniger Wohnraum. Besonders hart trifft es das Ruhrgebiet, Berlin und andere Großstädte. Ohne Maßnahmen, um den Wohnungsbau zu beschleunigen und die Kosten zu senken, wird der Mietmarkt für einkommensschwache Haushalte weiter schrumpfen.






