Mittelstand ausgeschlossen: Wirtschaftsverbände attackieren Bundesregierung vor Gipfeltreffen
Anton WolfMittelstand ausgeschlossen: Wirtschaftsverbände attackieren Bundesregierung vor Gipfeltreffen
Elf Wirtschaftsverbände werfen der Bundesregierung vor, den Mittelstand von Wirtschaftsgipfel auszuschließen
Eine Gruppe von elf Branchenverbänden hat die Bundesregierung scharf kritisiert, weil sie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) von einem anstehenden Wirtschaftsgipfel ausgeschlossen hat. Das Treffen, das Bundeskanzler Friedrich Merz in der Villa Borsig ausrichtet, bringt Gewerkschaften und große Arbeitgeberverbände zusammen – der Mittelstand bleibt jedoch außen vor. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Mitteldeutscher Wirtschaft (BVMW), nannte den Ausschluss „brutal“ und „unverständlich“.
Die Kritik kommt vor einem hochrangigen Gipfel, bei dem Merz über Wirtschaftsreformen beraten will. Statt die Vielfalt der deutschen Wirtschaft widerzuspiegeln, konzentriert sich die Gästeliste auf große Industriekonzerne. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Verbände, dass der Gipfel die gesamte Bandbreite deutscher Unternehmen repräsentieren sollte – nicht nur den industriellen Kern.
Die Unterzeichner verwiesen auf eine angespannte Wirtschaftslage, geprägt von Stagnation, schwachen Investitionen und wachsender Unsicherheit unter KMU. Ihre Stellungnahme listet unerfüllte Forderungen auf, darunter Bürokratieabbau, Reformen bei der Einkommensteuer und flexiblere Arbeitsgesetze. Ahlhaus warf der Regierung vor, kleinere Betriebe wiederholt zu ignorieren und ihre Anliegen unberücksichtigt zu lassen.
Der BVMW und seine Verbündeten betonten, dass der Mittelstand – lange das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – zunehmend unter Druck gerate. Ohne Mitspracherecht bei den Verhandlungen drohten zentrale Herausforderungen der KMU in den politischen Debatten übersehen zu werden.
Der Gipfel wird ohne Vertretung des Mittelstands stattfinden. Ihre Abwesenheit wirft die Frage auf, ob die diskutierten Reformen die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen berücksichtigen werden. Die Verbände haben deutlich gemacht, dass sie konkrete Schritte zur Umsetzung ihrer langjährigen Forderungen erwarten.






