Mönchengladbach baut dreimal mehr Wohnungen – während NRW auf Rekordtief fällt
Luisa HofmannMönchengladbach baut dreimal mehr Wohnungen – während NRW auf Rekordtief fällt
Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und setzt sich damit vom landesweiten Trend in Nordrhein-Westfalen ab. Die Stadt vollendete 2025 insgesamt 758 neue Wohnungen – fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im gesamten Bundesland auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren, da steigende Kosten und Zinsen die Bautätigkeit in anderen Regionen belasten.
Der Aufschwung in Mönchengladbach begann 2023, als die Stadt rund 43 Millionen Euro in ihr kommunales Wohnungsbauunternehmen investierte. Diese Maßnahme trieb die Bauaktivitäten voran, sodass die Stadt 2025 eine Fertigstellungsrate von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner erreichte. Damit belegte Mönchengladbach Platz drei unter den kreisfreien Städten und lag 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt.
Auch die Zahl der Baugenehmigungen stieg 2025 stark an – um 73,6 Prozent. Die Stadt bewilligte Fördermittel in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 neue Wohneinheiten, fast genauso viele wie im Rekordjahr zuvor. Die Investitionen in den sozialen Wohnungsbau nahmen ebenfalls deutlich zu: 2024 wurden 274 Prozent des Budgets ausgeschöpft, nach nur fünf Prozent im Jahr 2021.
Der Kontrast zum Rest Nordrhein-Westfalens könnte nicht größer sein. Landesweit gingen die Fertigstellungen um 9,4 Prozent auf 37.185 Wohnungen zurück – der niedrigste Wert seit 2011. Die gestiegenen Kosten spielen dabei eine zentrale Rolle: Die Zinsen für Baufinanzierungen stiegen seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent. Zudem kletterte der Preisindex für Wohngebäude zu Beginn des Jahres 2025 um 3,2 Prozent, was den Druck weiter erhöhte.
Mönchengladbachs Engagement hebt die Stadt in einem schwierigen Marktumfeld hervor. Durch die erhöhten Finanzmittel und die beschleunigte Genehmigungspraxis konnte die Stadt Wachstum generieren, während weite Teile des Landes mit Rückgängen kämpfen. Angesichts weiterhin hoher Zinsen und Materialkosten könnte ihr Ansatz als Vorbild dienen, um die Dynamik im Wohnungsbau aufrechtzuerhalten.






