17 March 2026, 04:04

Nach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer

Schwarz-weiß-Foto einer alten Apotheke mit Regalen voller Flaschen, einem Tisch mit Gegenständen, einem Stuhl, einer Tür und einer Wand mit Text unten.

Nach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer

Eine der ältesten Apotheken Brandenburgs hat nach mehr als vier Jahrhunderten ihren Betrieb eingestellt. Die Alte Apotheke in Angermünde schloss 2025 aufgrund von Personalmangel und hinterlässt in der Stadt eine empfindliche Lücke. Währenddessen verzeichnete die gesamte Region im vergangenen Jahr weniger Apotheken-Schließungen als in den Vorjahren.

Die Alte Apotheke war über 400 Jahre lang ein fester Bestandteil Angermündes und ursprünglich als Adler-Apotheke bekannt. Christian Toll, der die Leitung 2014 übernahm, schätzte die historischen Räumlichkeiten seit Langem. Seit 1994 führte er sie als Filiale seiner Hauptapotheke, der Hirsch-Apotheke.

Der endgültige Schritt kam, nachdem die Filialleiterin kündigte und kein Ersatz gefunden werden konnte. Toll versuchte, den Betrieb aufrechtzuerhalten, musste die Apotheke aber schließlich aufgeben. Zwölf Mitarbeiter der Alten Apotheke wurden in die Hirsch-Apotheke überführt, darunter vier direkt aus der geschlossenen Filiale.

In ganz Brandenburg verlangsamte sich 2025 der Rückgang der Apotheken: Nur zehn schlossen ihre Türen, während vier neue eröffneten. Ende des Jahres gab es noch 523 Apotheken in der Region. Bundesweit fällt die Entwicklung drastischer aus: In den letzten zwei Jahrzehnten reduzierte sich die Zahl der Apotheken in Deutschland von 21.000 auf 16.601 – Stand Ende 2025.

Toll, mittlerweile 60 Jahre alt, denkt nicht an einen baldigen Ruhestand. Er will weiterarbeiten, auch wenn er unsicher ist, ob er über das 65. Lebensjahr hinaus im Beruf bleiben wird.

Das Ende der Alten Apotheke markiert das Aus einer jahrhundertealten Institution. Ihre Schließung spiegelt die übergeordneten Herausforderungen des Apothekensektors wider – von Personalengpässen bis zum allgemeinen Rückgang. Während Brandenburg 2025 eine leichte Besserung verzeichnete, setzt sich bundesweit der deutliche Abwärtstrend fort: Mittlerweile gibt es weniger als 17.000 Apotheken in Deutschland.

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