Neue Arbeitsschutzregeln schützen Beschäftigte vor extremer Hitze am Arbeitsplatz
Tobias SeidelNeue Arbeitsschutzregeln schützen Beschäftigte vor extremer Hitze am Arbeitsplatz
Neue Arbeitsschutzregeln gegen Hitzebelastung für Außenbeschäftigte
Die überarbeiteten ASR A5.1-Richtlinien setzen sich mit den Risiken von Hitzestress bei Arbeitnehmern im Freien auseinander. Bei der Festlegung von Temperaturgrenzen werden nun Faktoren wie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und körperliche Belastung berücksichtigt. Arbeitgeber werden aufgefordert, eine Kombination aus persönlichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen umzusetzen, um ihre Mitarbeiter bei Hitze zu schützen.
Die Richtlinien empfehlen konkrete Schritte zur Verringerung der Hitzebelastung. Dazu gehören das Tragen geeigneter Schutzkleidung, das Auftragen von Sonnencreme sowie der Einsatz von Accessoires wie Hüten oder Sonnenschutz. Arbeitgeber können zudem Arbeitszeiten anpassen, flexible Schichtmodelle einführen und für einen leichten Zugang zu Trinkwasser sorgen.
Technische Lösungen umfassen die Installation von Schattenspendern, die Verbesserung der Belüftung und den Einsatz von Wasserkühlsystemen. Auch die Arbeitskleidung selbst wird zunehmend zu einem wichtigen Schutzfaktor gegen Hitze. Leichtere Stoffe mit geringem Wärmewiderstand (Rct) und hoher Wasserdampfdurchlässigkeit (MVTR) sorgen für bessere Atmungsaktivität. Materialien wie Polyester- oder Polyamid-Mischgewebe, die speziell für hohe Temperaturen entwickelt wurden, helfen, die Körpertemperatur der Beschäftigten zu senken.
Innovationen in der Textiltechnologie bieten zusätzliche Lösungen. Das Unternehmen Kübler entwickelt eine Beschichtung auf Zellulosebasis, die die Körpertemperatur in direkter Sonneneinstrahlung um bis zu 4 °C senken kann. Weitere Fortschritte sind 3D-Distanzgewebe und hydrophile Beschichtungen, die die Feuchtigkeitsregulierung und Wärmeabgabe verbessern. Konstruktive Details wie Belüftungszonen, Netzeinsätze und luftstromoptimierte Schnitte steigern die Kühlwirkung zusätzlich.
Die aktualisierten Leitlinien betonen die Bedeutung von Schutzkleidung als zentrales Instrument gegen Hitze. Mit neuen Stoffen, Beschichtungen und Designverbesserungen kann Arbeitskleidung heute aktiver dazu beitragen, Hitzestress zu reduzieren. Arbeitgeber und Beschäftigte müssen sich gleichermaßen an diese Veränderungen anpassen, um sicherere Arbeitsbedingungen bei hohen Temperaturen zu gewährleisten.






