Neues Wehrdienstmodell: Wie die Bundeswehr junge Erwachsene anwirbt
Tobias SeidelNeues Wehrdienstmodell: Wie die Bundeswehr junge Erwachsene anwirbt
Deutschland hat ein neues Wehrdienstmodell für junge Erwachsene eingeführt, die 2008 oder später geboren wurden. Das System beginnt mit einem Online-Fragebogen, der an alle 18-jährigen Männer verschickt wird, während Frauen sich freiwillig beteiligen können. Zwei Jugendliche, Moritz Gericke und Nico Freudensprung, gehören zu den Ersten, die dieses Verfahren durchlaufen.
Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten junge Männer einen Fragebogen, der ihre Motivation und körperliche Fitness bewertet. Frauen können diesen ebenfalls freiwillig ausfüllen. Je nach Antworten könnten einige Kandidaten zu persönlichen Eignungstests eingeladen werden – allerdings bedeutet dies noch keine verpflichtende Einberufung.
Die Bundeswehr strebt an, ihre Truppe auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern, unterstützt von 200.000 Reservisten. Der Dienst bleibt vorerst freiwillig, eine allgemeine Wehrpflicht würde nur greifen, falls die Rekrutierungsziele verfehlt werden. Doch das Interesse junger Menschen hält sich in Grenzen, denn der Kernzweck der militärischen Ausbildung – die Vorbereitung auf den Krieg – schreckt viele ab.
Der 17-jährige Nico Freudensprung räumt ein, dass die Grundausbildung zwar spannend klingen mag, am Ende aber mit Lebensgefahr verbunden ist. Er schlägt vor, dass höhere Bezüge den Wehrdienst für Gleichaltrige attraktiver machen könnten. Moritz Gericke, 18, und andere in ihrem Alter sind nun die erste Generation, die das überarbeitete Modell durchläuft.
Der aktualisierte Ansatz der Bundeswehr setzt auf Fragebögen, um potenzielle Rekruten zu identifizieren. Persönliche Eignungstests können folgen, doch die Wehrpflicht bleibt vorerst letzte Option. Der Fokus liegt derzeit auf der freiwilligen Meldung, um das Ziel von 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten zu erreichen.






