Niedersachsen entdeckt heiße Schätze: Neue Karten zeigen Top-Standorte für Tiefe Geothermie
Anton WolfNiedersachsen entdeckt heiße Schätze: Neue Karten zeigen Top-Standorte für Tiefe Geothermie
Neue Kartenserie zeigt vielversprechende Standorte für Tiefe Geothermie in Niedersachsen
Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) hat eine neue Kartenserie veröffentlicht, die besonders geeignete Gebiete für die Nutzung von Tiefer Geothermie im Land identifiziert. Die Daten zeigen Regionen mit hohem Potenzial für die nachhaltige Wärmegewinnung. Behörden zufolge unterstützt die Veröffentlichung den Ausbau erneuerbarer Energien in Niedersachsen.
Im Fokus stehen uralte Gesteinsschichten der Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, die über 200 Millionen Jahre alt sind. Diese Schichten liegen in Tiefen von bis zu 2.600 Metern, wo Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius herrschen. Ihre wasserdurchlässigen Sandsteine bieten ideale Bedingungen für die geothermische Nutzung.
Für die Erstellung der Karten analysierten Geothermie-Expert:innen des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Daten aus über 1.100 Tiefbohrungen. Die Ergebnisse helfen Kommunen und Energieversorgern, schnell passende Bohrlokationen zu finden. Tiefe Geothermieanlagen erfordern in der Regel Bohrungen tiefer als 400 Meter – die meisten deutschen Anlagen liegen zwischen 2.000 und 3.500 Metern.
Das Interesse an Tiefer Geothermie wächst in Niedersachsen stetig. Immer mehr Städte, Versorgungsunternehmen und Industriebetriebe erkunden die Möglichkeiten. Dennoch gibt es Herausforderungen, besonders in Norddeutschland, wo hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken die Entwicklung bisher gebremst haben.
Die Technologie funktioniert, indem Thermalwasser aus den Sandsteinschichten über Bohrlöcher gefördert wird. Die Wärme wird an der Oberfläche für Fernwärme oder industrielle Großprojekte genutzt. Die vollständige Kartenserie sowie weitere Informationen zur Geothermie sind auf der Website des LBEG abrufbar.
Die neuen Karten sollen den Ausbau der Tiefen Geothermie in Niedersachsen beschleunigen. Durch die Kennzeichnung geeigneter Standorte verringern sie die Planungsunsicherheit für Investoren und Projektentwickler. Dies könnte ein entscheidender Schritt für die Wärmewende hin zu saubereren und nachhaltigeren Lösungen in der Region sein.






