Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – wann gibt es Besserung für Bluthochdruck-Patienten?
Luisa HofmannNitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – wann gibt es Besserung für Bluthochdruck-Patienten?
Deutschland kämpft mit anhaltendem Nitrendipin-Mangel
In Deutschland herrscht weiterhin ein Engpass bei Nitrendipin, einem weit verbreiteten Kalziumantagonisten zur Behandlung von Bluthochdruck. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat das Medikament auf seiner Liste aktueller Arzneimittel-Lieferengpässe geführt – mehrere Hersteller können die Nachfrage nach den Dosierungen von 5 mg und 10 mg nicht decken.
Die Versorgungsprobleme begannen bereits im vergangenen Sommer und halten bis ins Jahr 2026 an. Zwei große Hersteller, Ratiopharm GmbH und 1A Pharma GmbH, bestätigten Lieferlücken bei mindestens einer Darreichungsform. Auch Aristo Pharma meldete bis Ende 2023 Probleme mit der 20-mg-Formulierung.
Betroffen sind derzeit alle Stärken von Nitrendipin. Ratiopharm und Aliud Pharma erwarten, die Lieferung der 20-mg-Tabletten bis Ende März wieder aufnehmen zu können, während AbZ mit einer Rückkehr zur regulären Auslieferung erst Ende Mai rechnet. Auch die 10-mg-Variante ist nicht verfügbar; eine Wiederauffüllung der Bestände ist für März und Mitte April geplant.
Nitrendipin gehört zur Gruppe der Nifedipin-ähnlichen Kalziumkanalblocker. Diese Wirkstoffe hemmen den Kalziumeinstrom in die Zellen, erweitern die Arterien und verringern die Erregungsleitung des Herzens. Häufige Nebenwirkungen sind zu niedriger Blutdruck, Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Herzrasen.
Fachgesellschaften wie die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (2024) und die Deutsche Hochdruckliga empfehlen als Alternativen unter anderem Amlodipin und Felodipin. Beide gehören zur gleichen Wirkstoffklasse und zeigen eine vergleichbare Wirksamkeit bei der Behandlung von Bluthochdruck, erfordern jedoch möglicherweise eine Dosisanpassung.
Der Mangel unterstreicht die größeren Versorgungsprobleme, von denen ältere Medikamente wie Nitrendipin betroffen sind. Zwar planen die Hersteller, die Produktion bis Mitte 2026 vollständig wiederaufzunehmen, doch müssen Ärzte und Patienten vorerst auf Ersatzpräparate ausweichen. Das BfArM beobachtet die Lage im Rahmen der bundesweiten Arzneimittel-Engpässe weiter.






