04 April 2026, 06:06

Online-Apotheken bis zu 30 % günstiger – doch Beratungslücken alarmieren Experten

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo, das "19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 USD pro Jahr an Arzneikosten sparen" angibt.

Online-Apotheken bis zu 30 % günstiger – doch Beratungslücken alarmieren Experten

Eine aktuelle Untersuchung von NDR Markt hat erhebliche Preisdifferenzen zwischen Online- und stationären Apotheken aufgedeckt. Die Studie zeigte zudem, wie einfach bestimmte Medikamente im Internet ohne fachliche Beratung erworben werden können. Diese Erkenntnisse kommen zu einer Zeit, in der die Kosten für Abnehmpräparate weiter steigen.

Im Fokus des Vergleichs standen drei gängige Arzneimittel, wobei die Bestellmöglichkeiten bei Digitalhändlern denen in klassischen Apotheken gegenübergestellt wurden. Die Preise für Voltaren Schmerzgel forte (150 g), Vomex A Tabletten (20 Stück) und Iberogast Classic (20 ml) wurden analysiert. In der Elefanten-Apotheke vor Ort kosteten die Produkte 30,48 €, 8,95 € bzw. 13,95 €. Dieselben Artikel waren bei Shop Apotheke online günstiger: 20,39 €, 6,55 € und 10,89 €. Insgesamt war der Warenkorb in der stationären Apotheke 15,18 € teurer.

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Online-Anbieter überzeugten zudem mit schnelleren Lieferzeiten als erwartet. Bestellungen trafen bereits innerhalb von zwei Werktagen ein, was sie zu einer praktischen Option für nicht dringende, langfristige Medikationen macht. Dennoch bleiben lokale Apotheken bei akutem Bedarf bevorzugt – dank persönlicher Beratung und direkter Fachgespräche.

Die Untersuchung deckte zudem eine Regelungslücke beim Online-Kauf auf: NDR Markt stellte fest, dass sich bei bestimmten Medikamenten die eigentlich verpflichtende Beratung umgehen lässt. Zwar gibt es Sicherheitsmechanismen bei ungewöhnlich hohen Mengen, doch das System ermöglichte dennoch Direktbestellungen ohne vorherige ärztliche Rücksprache.

Unterdessen sind die Preise für Abnehmpräparate stark angestiegen. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 verteuerten sich Medikamente wie Ozempic um etwa ein Drittel – die monatlichen Kosten liegen nun je nach Dosierung zwischen 104 und knapp 200 €. Andere Präparate wie Mounjaro (375 €), Wegovy (277 €) und Saxenda (285 €) schlagen mit 130 bis 480 € pro Monat für die Erhaltungsdosis zu Buche. Ein klarer Preistrend über die verschiedenen Anbieter hinweg war in den letzten zwei Jahren nicht erkennbar.

Die Studie zeigt, dass Online-Apotheken stationäre Preise oft unterbieten – insbesondere bei nicht dringenden Medikamenten. Dennoch wird die persönliche Beratung in klassischen Apotheken bei akuten Gesundheitsfragen weiterhin geschätzt. Die stark gestiegenen Kosten für Abnehmpräparate bleiben ein Problem, da einige Behandlungen mittlerweile über 400 € im Monat kosten.

Regelungslücken bei Online-Bestellprozessen bergen Risiken, wenn Kunden notwendige medizinische Beratung vor dem Kauf bestimmter Medikamente umgehen.

Quelle