13 March 2026, 04:03

Österreichs Spritpreise bleiben deutlich unter denen Deutschlands – soll Deutschland nachziehen?

Ein Diagramm auf einem weißem Hintergrund mit der überschrift "Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten" und zwei Linien, einer blauen und einer grünen, die die Treibstoffpreisentwicklung über die Zeit zeigen.

Österreichs Spritpreise bleiben deutlich unter denen Deutschlands – soll Deutschland nachziehen?

Spritpreise in Österreich seit Ende 2023 deutlich günstiger als in Deutschland

Dank eines Systems täglicher Preisanpassungen liegen die Spritpreise in Österreich seit Ende 2023 durchgehend unter denen in Deutschland. Stand März 2026 zahlen Autofahrer in Österreich im Schnitt 1,71 Euro pro Liter für Super E5 – in Deutschland sind es dagegen 2,08 Euro. Nun setzt sich Staatsminister Manfred Pentz für ähnliche Reformen in Deutschland ein, um die Kosten zu stabilisieren und mehr Transparenz für Verbraucher zu schaffen.

Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der deutsche Autofahrer mit starken Preisschwankungen an den Tankstellen konfrontiert sind. Pentz argumentiert, dass die täglichen Preissprünge aus dem Tanken eine Stresssituation gemacht hätten, statt einer einfachen Betankung. Sein Vorschlag, angelehnt an das österreichische Modell, sieht vor, dass Tankstellen die Preise täglich aktualisieren müssen, um die Schwankungen berechenbarer zu gestalten.

Schnelllösungen wie Spritrabatte oder Preisdeckel lehnt Pentz ab – solche Maßnahmen würden Milliarden verschlingen, ohne das grundlegende Problem zu lösen. Stattdessen befürwortet er eine Überwachung durch das Bundeskartellamt, um Marktstrukturen zu prüfen und unfaire Wettbewerbsbedingungen zu verhindern. Die Initiative, die zunächst in Baden-Württemberg mit Unterstützung Hessens gestartet wurde, zielt darauf ab, Autofahrer vor plötzlichen Preissprüngen zu schützen – nicht unbedingt auf dauerhaft niedrigere Preise.

Während sich die Dieselpreise in beiden Ländern mittlerweile fast angleichen (1,739 Euro in Österreich gegenüber 1,740 Euro in Deutschland), betont Pentz, dass es vor allem um Stabilität gehe. Tägliche Anpassungen, so seine Argumentation, würden die Unsicherheit der Verbraucher verringern und langfristig für einen faireren Markt sorgen.

Das geplante System würde zwar nicht automatisch zu günstigerem Sprit führen, könnte deutschen Autofahrern aber vorhersehbarere Preise bescheren. Sollte es eingeführt werden, würde es sich an das österreichische Vorbild anlehnen, wo die Preise seit der Reform im November 2023 niedriger geblieben sind. Die nächsten Schritte hängen nun von der regulatorischen Unterstützung und der Zusammenarbeit mit den Mineralölkonzernen ab.

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