04 May 2026, 08:05

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaschützer fordern Batteriespeicher statt fossiler Energie

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaschützer fordern Batteriespeicher statt fossiler Energie

Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz stoßen auf starken Widerstand von Umweltschutzgruppen. Ein Bündnis aus Klimaschutzorganisationen, darunter Scientists for Future und der BUND Mainz, hat offiziell Einspruch gegen das Vorhaben auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, eingelegt. Die Aktivisten argumentieren, dass es bereits günstigere und sauberere Alternativen wie Batteriespeicher gebe, die stattdessen Vorrang erhalten sollten.

Gegen das von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) geplante Werk wurden zehn formelle Einwände beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht. Das Bündnis kritisierte die Investition von 44 Millionen Euro als Festlegung auf veraltete Technologie und warnte, dass damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für Jahrzehnte zementiert werde. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete den Plan als „Rückschritt“, während Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz die Abhängigkeit von Gas angesichts der Klimakrise als „verantwortungslos“ verurteilte.

Die Gruppen stellten auch die Behauptung von KMW infrage, das Kraftwerk könne später auf Wasserstoff umgestellt werden. Eine solche Umrüstung sei weder realistisch noch wirtschaftlich sinnvoll, hieß es – die angeblichen Umweltvorteile seien daher zweifelhaft. Stattdessen verwiesen sie auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Lösung: Seit 2009 seien die Kosten für Batteriesysteme um 93 Prozent gesunken, von 1.300 auf nur noch 90 Euro pro Kilowattstunde.

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Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einwände als „hinreichend begründet und konkret“ anerkannt hatte. Das Bündnis fordert nun direkte Gespräche mit der Behörde und KMW, um treibhausgasneutrale Alternativen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu stärken.

Durch die Absage der Anhörung verzögert sich das Projekt, während die Einwände geprüft werden. Der Vorstoß des Bündnisses für Batteriespeicher und erneuerbare Alternativen unterstreicht die wachsende Spaltung darüber, wie der Energiebedarf nachhaltig gedeckt werden kann. KMW hat sich bisher nicht zu den Forderungen nach weiteren Diskussionen über sauberere Lösungen geäußert.

Quelle