Rekord-Cannabis-Beschlagnahmungen 2025: Zeigt der Schwarzmarkt seine Zähne nach der Legalisierung?
Luisa HofmannRekord-Cannabis-Beschlagnahmungen 2025: Zeigt der Schwarzmarkt seine Zähne nach der Legalisierung?
Deutschland beschlagnahmte im vergangenen Jahr eine Rekordmenge an Cannabis – das geht aus neuen Zahlen hervor. Die Behörden zogen deutlich mehr ein als in den Vorjahren, was Fragen zur Wirkung der teilweisen Legalisierung aufwirft. Experten und Beamte untersuchen nun, ob dies auf einen wachsenden Schwarzmarkt hindeutet oder lediglich eine Verschiebung der Schmuggelrouten widerspiegelt.
Im Jahr 2024 beschlagnahmten Polizei und Zoll gemeinsam etwa 24 Tonnen Cannabis. Doch allein der Zoll zog 2025 bereits über 50 Tonnen ein – mehr als das Doppelte des Vorjahresgesamtwerts. Die bundesweiten Polizeistatistiken für 2025 stehen noch aus, sodass das volle Ausmaß des Anstiegs unklar bleibt.
Sicherheitsbehörden argumentieren, dass der starke Anstieg der Beschlagnahmungen auf einen ausgeweiteten Schwarzmarkt seit der Teillegalisierung hindeutet. Sie glauben, dass die Politikänderung den illegalen Handel unbeabsichtigt angeheizt hat. Jakob Manthey, Forscher am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, widerspricht dieser Einschätzung jedoch. Seiner Meinung nach ist die Nachfrage nach illegalem Cannabis insgesamt sogar gesunken, da sich immer mehr Verbraucher:innen legalen Quellen zuwenden.
Wissenschaftliche Studien stützen Mantheys Position: Sie zeigen keinen signifikanten Anstieg des Cannabiskonsums seit der Legalisierung. Gleichzeitig sind die Importe von medizinischem Cannabis stark gestiegen – ein Zeichen für die Verlagerung hin zu regulierten Vertriebskanälen. Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung legen zudem nahe, dass sich die höheren Beschlagnahmungszahlen eher durch veränderte Schmuggelwege erklären lassen als durch eine gestiegene Nachfrage.
Die Rekordbeschlagnahmungen haben eine Debatte über die Folgen der teilweisen Legalisierung ausgelöst. Während Behörden den wachsenden Schwarzmarkt betonen, verweisen Forscher:innen auf einen stabilen Konsum und steigende legale Importe. Ein vollständiges Bild wird sich erst ergeben, wenn die vollständigen Daten für 2025 vorliegen.






