24 May 2026, 08:04

Rossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Gesangskunst und Bühnenspektakel

"Il viaggio a Reims" in Salzburg: Eine völlig übertriebene, turbulente Revue

Rossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Gesangskunst und Bühnenspektakel

Eine atemberaubende Neuinszenierung von Die Reise nach Reims feiert triumphale Erfolge

Die Opera buffa von 1825, die anlässlich der Krönung von König Karl X. entstand, entfaltete sich in einem Hotel zur Goldenen Lilie in der französischen Provinz – und begeisterte das Publikum mit gesanglicher Brillanz und theatralischem Spektakel. Am Ende gab es stehende Ovationen für eine Aufführung, die mit vokaler Meisterleistung und Bühnenzauber überzeugte.

Die Produktion stellte höchste Ansprüche an das 14-köpfige Ensemble, das nicht nur gesanglich, sondern auch körperlich außergewöhnliche Ausdauer bewies. Tara Erraught glänzte als Madame Cortese und verzauberte mit spielerischem Jodeln. Cecilia Bartoli hingegen entfachte als Corinna ein atemberaubendes Feuerwerk an Koloraturen.

Marina Viotti überzeugte als Gräfin Melibea, während Mélissa Petit der Rolle der Gräfin di Folleville elegante Leichtigkeit verlieh. Die Künstler meisterten zudem akrobatische Einlagen mit perfekter Präzision und steigerten so die Energie der Inszenierung. Höhepunkt: Pistolen wurden abgefeuert, eine Harfe dramatisch in Brand gesetzt.

Gianluca Capuano dirigierte das auf historische Instrumente spezialisierte Ensemble Les Musiciens du Prince-Monaco und sorgte dafür, dass die Musik dem Bühnengeschehen in nichts nachstand.

Die Mischung aus Gesangskunst, körperlichem Wagnis und opulenter Bühnenbildnerkunst hinterließ einen bleibenden Eindruck. Von Bartolis virtuosen Koloraturen bis zur präzisen Ensembleleistung trug jedes Element zum triumphalen Erfolg dieser mitreißenden Wiederentdeckung von Rossinis Klassiker bei – der stehende Applaus war der verdiente Lohn.

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