24 March 2026, 04:04

Scharfe Kritik an GKV-Plänen: Fachärzte warnen vor Kollaps der Versorgung

Eine Gruppe von Männern geht einen Krankenhausflur entlang mit Deckenbeleuchtung, einer Tür an der rechten Wand und Texttafeln an der linken Wand, die besorgt aussehen.

Scharfe Kritik an GKV-Plänen: Fachärzte warnen vor Kollaps der Versorgung

Professor Dr. Hermann Helmberger, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Fachärzte Deutschlands (SpiFa), hat die neuen Vorschläge des GKV-Spitzenverbandes scharf kritisiert. Er warnt, die Pläne könnten die jüngsten Fortschritte bei der Finanzierung des Gesundheitswesens zunichtemachen und noch mehr Patienten in die ohnehin überlasteten Notaufnahmen drängen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Sparmaßnahmen, mit denen die gesetzlichen Krankenkassen ihre anhaltenden finanziellen Engpässe bewältigen wollen.

Der GKV-Spitzenverband hat mehrere Änderungen vorgeschlagen, um die Ausgaben zu senken. Dazu gehören die Abschaffung von Zusatzgebühren für fachärztliche Behandlungen, die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen in der Kinder- und Hausarztmedizin sowie die Zentralisierung aller Terminvergaben über ein einziges Online-Portal. Helmberger argumentiert, solche Schritte würden die Reformen rückgängig machen, die unter der vorherigen Ampel-Koalition auf den Weg gebracht wurden.

Zwischen 2021 und 2024 hatte die Koalition die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auf 15,5 Prozent erhöht und Gesetze wie das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verabschiedet. Damit wurden 1,2 Milliarden Euro für digitale Buchungssysteme bereitgestellt, etwa für die Hotline 116117, und Fachärzte verpflichtet, Termine innerhalb von vier Wochen anzubieten. Kurz vor Ende der Legislaturperiode im November 2024 führte die Regierung zudem das Wartezeitverkürzungsgesetz ein, das finanzielle Anreize für Ärzte schuf, um Wartezeiten zu verkürzen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Helmberger betont, dass diese Reformen bereits erste Entlastungen im Fachärztebereich gebracht hätten. Nun fürchtet er, die GKV-Pläne könnten das Vertrauen in die Ärzteschaft untergraben und die Patientenversorgung verschlechtern. Sollten die Mittel für die Grundversorgung knapp werden, warnt er, könnten noch mehr Menschen für Routinebehandlungen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser strömen.

Ziel der GKV-Vorschläge ist es, die Finanzkrise der gesetzlichen Krankenversicherung zu bewältigen. Doch Helmberger und der SpiFa halten die Wiedereinführung von Budgetdeckeln und die Zentralisierung der Terminvergabe für schädlich – sowohl für Ärzte als auch für Patienten. Ohne ausreichende Finanzierung der haus- und fachärztlichen Versorgung, so ihre Argumentation, drohe das System noch weiter überlastet zu werden.

Quelle