Streik in Sachsen-Anhalt: Lebensmittelarbeiter fordern faire Löhne und Gleichstellung mit dem Westen
Anton WolfStreik in Sachsen-Anhalt: Lebensmittelarbeiter fordern faire Löhne und Gleichstellung mit dem Westen
Arbeiter in zwei Lebensmittelbetrieben in Sachsen-Anhalt streiken diese Woche für höhere Löhne
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat zu Arbeitsniederlegungen bei den Schwarz-Gruppe-Töchtern Bonback in Halle (Saale)-Queis und MEG in Weißenfels aufgerufen. Beschäftigte kritisieren, dass ihre Löhne im Vergleich zu anderen Regionen viel zu niedrig seien – manche verdienten nur rund 900 Euro im Monat.
Die Streiks begannen heute bei Bonback, einem Zulieferer für Bäckereien im Star Park Halle-Queis, und dauern bis morgen an. Parallel läuft bei MEG, einem Getränkehersteller in Weißenfels, ein dreitägiger Warnstreik. Beide Unternehmen gehören zur Schwarz Gruppe, zu der auch die Supermarktkette Kaufland und Lidl zählen.
Bonback firmierte ursprünglich unter dem Namen ARTIback, bevor die Schwarz Gruppe das Unternehmen vor zwei Jahren übernahm und es später in BONBACK umbenannte. Die NGG wirft dem Konzern vor, die Löhne in Sachsen-Anhalt deutlich unter denen an anderen Standorten in Deutschland zu halten.
Unter dem Motto "Reißt die Lohnmauer nieder" macht die Gewerkschaft auf ein Gefälle von bis zu 2.274 Euro im Monat zwischen Ost und West aufmerksam. Die aktuellen Tarifverhandlungen sehen Lohnerhöhungen von 2,8 %, 2,7 %, 2,5 % und 2 % für die Jahre 2026 bis 2029 vor. Doch die NGG hält diese Angebote für unzureichend – sie lägen unter der Inflation und hinter Branchenstandards zurück. Ein Sprecher betonte: "Wir weigern uns, die Billiglohnregion des Ostens zu bleiben." Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, kündigte die Gewerkschaft weitere Streiks an.
Die Arbeitsniederlegungen treffen zwei Tochterunternehmen der Schwarz Gruppe und legen die Produktion bei einem Bäckereizulieferer und einem Getränkehersteller lahm. Die NGG pocht auf eine Angleichung der Löhne an das Westniveau. Mit weiteren Streiks ist zu rechnen, falls das Unternehmen seine Angebote nicht nachbessert.






