09 June 2026, 02:03

Streit um Elektroauto-Zukunft lähmt Mercedes-Werk Untertürkheim

Daimler-Betriebsrat blockiert Überstunden

Streit um Elektroauto-Zukunft lähmt Mercedes-Werk Untertürkheim

Ein eskalierender Streit im Mercedes-Werk Untertürkheim wirft Fragen über dessen Zukunft auf. Die Spannungen zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat haben sich zugespitzt – im Mittelpunkt steht die Elektroauto-Strategie des Konzerns. Der Betriebsrat verweigert nun die Genehmigung von Überstunden, was Befürchtungen über Produktionsverzögerungen schürt.

Der Konflikt dreht sich um die Rolle des Standorts im Wandel von Mercedes-Benz hin zur E-Mobilität. Bis 2022 will das Unternehmen zehn neue rein elektrisch betriebene Modelle auf den Markt bringen. Doch der Betriebsrat wirft dem Management vor, keine verbindliche Zusage für die Zukunft des Werks in Stuttgart-Untertürkheim in dieser Umstellungsphase gemacht zu haben.

Ein Krisentreffen beider Seiten am Montag blieb ohne Ergebnis. Die Arbeitnehmervertreter bestehen darauf, dass das Werk mindestens ein Elektrofahrzeug produzieren muss, um langfristig gesichert zu sein. Die Unternehmensführung wiederum fordert Zugeständnisse von den Beschäftigten, hat aber selbst keine konkreten Zusagen gemacht.

Der Betriebsrat hat nun Konsequenzen gezogen: Ab dem 1. Juli werden keine Überstunden mehr genehmigt – eine Maßnahme, die die Produktion im Werk mit rund 19.000 Beschäftigten empfindlich stören könnte. Auch an anderen Mercedes-Standorten fordern Betriebsräte einen größeren Anteil an der Elektroauto-Fertigung.

Die Zukunft des Werks Untertürkheim bleibt ungewiss. Ohne eine Einigung drohen Produktionsverzögerungen. Mit dem Stopp der Überstundengenehmigungen erhöht der Betriebsrat den Druck auf die Führung, die Bedenken zur Elektroauto-Produktion endlich zu klären.

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