Stuttgarts Treff am Bahnhof gibt Obdachlosen Struktur und Gemeinschaft
Tobias WernerStuttgarts Treff am Bahnhof gibt Obdachlosen Struktur und Gemeinschaft
Vor einem Jahr eröffnete Stuttgart den Treff am Bahnhof, eine offene Begegnungsstätte für Menschen, die von Obdachlosigkeit oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Betrieben von der Stadt und der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva), bietet die Einrichtung einen sicheren Ort mit klaren Regeln und Unterstützungsangeboten. Täglich nutzen etwa 50 Besucher:innen das Angebot – und die Zahl der Frauen steigt langsam an.
Die Begegnungsstätte hat sechs Tage die Woche von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Alkohol ist erlaubt, Cannabis hingegen verboten. Im Mittelpunkt stehen Eigenverantwortung und soziale Teilhabe. Regelmäßige Gesprächsrunden gehören zum Programm, und auf Wunsch der Besucher:innen finden Fachvorträge zu Themen wie Aids-Prävention, Sucht oder Tierschutz statt.
Sozialarbeiter:innen sind einmal pro Woche vor Ort, während Passant:innen oft für Gespräche vorbeikommen oder Spenden abgeben. Bei wärmerem Wetter sollen zusätzliche Sitzgelegenheiten im Freien für gemeinsames Verweilen im Außenbereich sorgen. Ein Stammgast, Joachim Wörner, hat sich um zentrale Aufgaben gekümmert: Er verwaltet die Schlüssel, öffnet und schließt die Einrichtung und übernimmt Reinigungsdienste.
Für Sicherheit sorgen unangekündigte Kontrollen durch einen Sicherheitsdienst. Ehrenamtliche können Tageshausverbote aussprechen, die eva verhängt bei Bedarf auch dauerhafte Platzverweise. Oberbürgermeister Yalcin Bayraktar betont, wie wichtig die Zusammenarbeit von Ordnungsrecht und Sozialpolitik für den Erfolg des Projekts ist. Über die Zukunft der Begegnungsstätte nach 2027 wird 2027 unter Einbeziehung aller Beteiligten entschieden.
Der Treff am Bahnhof schafft einen strukturierten Raum für benachteiligte Gruppen – im Schnitt kommen täglich 50 Menschen. Übernachtungen sind zwar nicht möglich, doch das Konzept verbindet Unterstützung mit klaren Grenzen. Ob die Einrichtung langfristig weitergeführt wird, hängt von den für 2027 geplanten Evaluierungen ab.