Teilladungsverkehr in Deutschland: Steigende Kosten trotz stagnierender Sendungsmengen
Tobias SeidelTeilladungsverkehr in Deutschland: Steigende Kosten trotz stagnierender Sendungsmengen
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen – trotz stagnierender Sendungsmengen
Die Ausgaben im deutschen Stückgut- und Teilladungsverkehr (LTL) klettern weiter, obwohl die transportierten Mengen kaum Schwankungen zeigen. Ein aktueller Bericht verweist auf steigende Kosten in zentralen Bereichen, wobei vor allem die Preise für Paletten und die Lohnkosten die Entwicklung antreiben. Trotz stabiler Nachfrage müssen Logistikdienstleister höhere Kosten pro Sendung stemmen – bei gleichzeitig rückläufigen Warenmengen pro Depot.
Im zweiten Halbjahr 2025 blieben die Sendungsvolumen in den LTL-Netzen nahezu unverändert und sanken im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,1 Prozent. Dennoch stiegen die Ausgaben weiter an: Die Kosten pro Sendung erhöhten sich, während das Gesamttransportvolumen leicht zurückging.
Ein zentraler Kostentreiber war der starke Anstieg der Palettenpreise, die um etwa 21 Prozent in die Höhe schossen. Dies trieb die Handlingkosten spürbar nach oben. Gleichzeitig stiegen die prozessbezogenen Sendungskosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2024 um 3,4 Prozent.
Mit einem Anteil von rund 51 Prozent an den Prozesskosten blieb die Arbeitskraft der größte Kostenfaktor. Die Löhne in diesem Bereich erhöhten sich um 3,7 Prozent, was die Budgets zusätzlich belastete. Auch die Betriebskosten kletterten um 4,2 Prozent und machen nun 33 Prozent der Gesamtausgaben aus.
Die Zahl der Umschlagterminals wuchs von 96 Anfang 2024 auf 128 bis Ende 2025. Diese Expansion führte zu einer stärkeren Verteilung der Sendungen, sodass die durchschnittliche Anzahl der Ladungen pro Depot um 3,3 Prozent sank. Maut- und Spritkosten blieben dagegen vergleichsweise stabil und boten damit eine gewisse Entlastung angesichts der allgemeinen Kostensteigerungen.
Fazit: Der LTL-Sektor sieht sich höheren Ausgaben gegenüber, obwohl die Nachfrage kaum Veränderungen zeigt. Da vor allem Lohn- und Palettenkosten die Entwicklung vorantreiben, müssen die Unternehmen nun mit schrumpfenden Margen umgehen. Zudem hat der Ausbau der Terminals die Effizienz der Depots beeinträchtigt – ein weiterer Druckfaktor für die Logistiknetze.






