31 May 2026, 06:03

Tim Raue bricht sein Schweigen über die brutale Welt der "36 Boys"

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

Tim Raue bricht sein Schweigen über die brutale Welt der "36 Boys"

Mit 52 lehnt Tim Raue heute Gewalt ab, doch die Narben seiner Vergangenheit trägt er noch immer. Als Jugendlicher schloss er sich in Berlin-Kreuzberg der berüchtigten „36 Boys“-Bande an. Seine Geschichte ist nun Teil eines neuen Buches über den Aufstieg der Gruppe zu trauriger Berühmtheit in den 1980er-Jahren.

Raue war erst 14, als er zu den „36 Boys“ stieß – auf der Suche nach Anerkennung und einem Gefühl der Zugehörigkeit. Das Aufnahmeritual der Bande verlangte eine brutale Prüfung: drei Minuten lang gegen zwei Mitglieder kämpfen. Obwohl er die volle Zeit nicht durchhielt, gab er nicht auf – ein Moment, der ihm eine bleibende Gesichtsverletzung einbrachte, die er heute als Ehrenabzeichen trägt.

Schlägereien mit verfeindeten Banden waren an der Tagesordnung, oft unter ungleichen Bedingungen. Raue erinnert sich an eine Auseinandersetzung, bei der seine Gruppe zahlenmäßig zwei zu eins unterlegen war. Trotz der Übermacht galt eine einfache Devise: Niemals zurückweichen.

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Seine Erlebnisse sind Teil von 36 Boys: Wie eine Kreuzberger Bande zur Legende wurde, verfasst vom Journalisten Paul Christoph Gäbler. Bei einer kürzlichen Buchpräsentation stand Raue neben seinem ehemaligen Bandenfreund Muzaffer „Muci“ Tosun und blickt auf eine Vergangenheit zurück, in der Loyalität und Überleben untrennbar miteinander verbunden waren.

Raues Zeit bei den „36 Boys“ währte nur zwei Jahre, doch ihre Spuren sind bis heute spürbar. Sein Bericht gewährt einen seltenen Einblick in die harte Realität des Bandenlebens im Berlin der 1980er. Das Buch sorgt dafür, dass diese Geschichten, einst nur geflüstert auf den Straßen, nun Teil der dokumentierten Stadtgeschichte sind.

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