Traditionsbetrieb Mocopinus schließt nach 160 Jahren für immer seine Tore
Tobias SeidelTraditionsbetrieb Mocopinus schließt nach 160 Jahren für immer seine Tore
Mocopinus, traditionelles deutsches Holzverarbeitungsunternehmen, stellt nach 160 Jahren den Betrieb ein
Das historische Holzverarbeitungsunternehmen Mocopinus hat nach 160 Jahren seine Tore geschlossen. Der einst führende Industriebetrieb der Branche fand keinen Käufer, der das Unternehmen hätte retten können. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang dieses Jahres wurden nun alle Produktionsstandorte stillgelegt.
Gegründet 1865, entwickelte sich Mocopinus zu einem der renommiertesten Holzverarbeitungsbetriebe Deutschlands. Das Unternehmen unterhielt drei Hauptstandorte: Karlsruhe (180 Beschäftigte), Ammelshain (60 Mitarbeiter) und Ulm (30 Verwaltungsangestellte). Zudem wurde Mocopinus mehrfach ausgezeichnet, darunter 2021 mit dem Deutschen Preis für Nachhaltigkeitsprojekte.
Am 1. Februar 2026 bestellte das Amtsgericht Ulm Georg Jakob Stemshorn von der Kanzlei Pluta zum Insolvenzverwalter. Trotz intensiver Bemühungen um eine Lösung fand sich kein Investor, der das Unternehmen übernehmen wollte. Der Verwalter bestätigte später, dass die schwierigen Marktbedingungen ein Weiterbestehen unmöglich machten.
Mittlerweile ist die Produktion an allen Standorten eingestellt worden, wodurch rund 270 Arbeitsplätze betroffen sind. Die Entlassungen werden in Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgen. Eine Tochtergesellschaft, die Lignum-Finish GmbH in Aitrach, bleibt jedoch vorerst geöffnet, während Verhandlungen mit potenziellen Käufern laufen. Bestehende Kundenaufträge werden wie geplant abgewickelt und ausgeliefert.
Das Ende von Mocopinus markiert das Aus einer 160-jährigen Tradition. Die Beschäftigten an den drei deutschen Standorten müssen mit Arbeitsplatzverlusten rechnen, auch wenn Teile des Betriebs möglicherweise unter neuer Führung weitergeführt werden. Der Insolvenzverwalter wird die verbleibende Abwicklung des Verfahrens begleiten.






