Tunnelbau-Pionier warnt: "Deutschland steuert direkt auf die Wand zu"
Tobias WernerTunnelbau-Pionier warnt: "Deutschland steuert direkt auf die Wand zu"
Martin Herrenknecht, Chef des weltweit führenden Herstellers von Tunnelbohrmaschinen, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Der Vorstandsvorsitzende der Herrenknecht AG behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen überbordende Bürokratie und einen Verlust nationaler Ambitionen.
Die in Schwanau im Ortenaukreis ansässige Herrenknecht AG beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen war an zentralen europäischen Großprojekten beteiligt, darunter der Gotthard-Basistunnel, der Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21. Doch nun beschreibt sein CEO Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen – unfähig, voranzukommen.
Ein Beispiel verdeutlicht das Problem: Ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Zum Vergleich: Ein ähnliches Projekt in Chennai, Indien, erhielt bereits nach nur drei Monaten die Genehmigung. Herrenknecht kritisierte zudem die gesellschaftliche Haltung und bezeichnete die Deutschen als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“.
Der Unternehmer ging noch weiter und erklärte, er hätte sein Unternehmen unter den heutigen Bedingungen wegen der erstickenden Regulierungsflut nicht mehr gründen können. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration von Wirtschaftsführern über Verzögerungen und Ineffizienz in deutschen Planungsverfahren wider.
Herrenknechts Warnungen unterstreichen tiefe Sorgen um Deutschlands wirtschaftliche und administrative Zukunft. Während Infrastrukturprojekte jahrelang aufgeschoben werden, droht das Land im globalen Wettbewerb zurückzufallen. Die Aussagen des CEOs reiht sich ein in die Forderungen nach dringenden Reformen – sowohl in der Bürokratie als auch in der nationalen Mentalität.






