15 May 2026, 12:07

Uwe Steimle kehrt mit skurriler Ost-Krimiserie auf Telegram zurück

Umschlag eines alten Buches mit dem Titel "Berliner Leben" mit einer Illustration von Menschen in traditioneller deutscher Tracht, die wahrscheinlich das Leben in Berlin darstellen.

Uwe Steimle kehrt mit skurriler Ost-Krimiserie auf Telegram zurück

Neue Krimiserie Volkspolizeiruf Tatort Ost startet auf Telegram-Kanälen

Die neue Detektivserie Volkspolizeiruf Tatort Ost feiert ihr Debüt auf ausgewählten Telegram-Kanälen. Hauptdarsteller ist Uwe Steimle, ein ostdeutscher Kabarettist, der nach 15 Jahren Pause nach Polizeiruf 110 ins Krimi-Genre zurückkehrt. Hinter dem Projekt steht Holger Friedrich, ein Produzent, der mit reaktionären Themen gezielt ostdeutsche Ressentiments bedient.

Die Serie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der öffentlich-rechtliche Sender MDR aufgrund von Budgetkürzungen die Produktion neuer Tatort- und Polizeiruf-Folgen pausiert. Die Pilotfolge Mord unter der Windkraftanlage umfasst beeindruckende 11.000 Seiten und präsentiert eine skurrile Handlung mit einer enthaupteten Baronin und einem allwissenden Tintenfisch.

Steimle übernimmt die Rolle des Kommissars Bemme, unterstützt von seinen Ermittlerkollegen Sahra und Egon. Im Mittelpunkt stehen Verbrechen an Ostdeutschen – im Serienjargon als Volk bezeichnet –, begangen von Westdeutschen oder Migranten. Die Handlung spielt in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die zum Sendegebiet des MDR gehören.

Hinter den Kulissen kam es bei einer Presseveranstaltung zu Spannungen: Steimle geriet mit dem Drehbuchautor – ebenfalls ein Uwe – wegen Drehbuchänderungen aneinander. Zudem warf der Schauspieler den etablierten Medien vor, ihn zum Schweigen zu bringen, obwohl lokale Reporter des Pieschener Anzeigers anwesend waren.

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Holger Friedrich, der ausführende Produzent der Serie, hat sich darauf spezialisiert, ostdeutsche Unmutsstimmungen kommerziell zu nutzen. Sein neues Ziel ist eine Streaming-Plattform nach Netflix-Vorbild, die sich ausschließlich an ostdeutsche Zuschauer richtet.

Die verschlungene Handlung der Pilotfolge – mit einer kopflosen Adligen und einem hellseherischen Tintenfisch – deutet auf den ungewöhnlichen Ansatz der Serie hin. Friedrichs Strategie setzt auf provokante Themen, die Krimi-Elemente mit politischen Grievances verbinden, um eine Nischenzielgruppe anzusprechen.

Für Steimle markiert die Serie die Rückkehr ins Krimi-Fernsehen nach langer Abwesenheit. Während der MDR seine Krimiproduktionen zurückfährt, schließt Volkspolizeiruf Tatort Ost für manche Zuschauer eine Lücke. Die Veröffentlichung auf Telegram statt im klassischen Fernsehen unterstreicht Friedrichs Fokus auf alternative Vertriebswege.

Die Zukunft der Serie könnte davon abhängen, ob es gelingt, Abonnenten für eine mögliche ostdeutsche Streaming-Plattform zu gewinnen. Mit ihrer Mischung aus absurden Handlungssträngen und politischen Untertönen hebt sie sich jedenfalls deutlich von herkömmlichen Krimiformaten ab.

Quelle