Waldkirch diskutiert umstrittene Schließung des Grundbuchamts bis 2026
Anton WolfWaldkirch diskutiert umstrittene Schließung des Grundbuchamts bis 2026
Der Gemeinderat von Waldkirch steht vor einer Abstimmung über die Schließung des örtlichen Grundbuchamts. Der Vorschlag folgt auf Jahre rückläufiger Nachfrage und steigender Verwaltungskosten. Sollte er angenommen werden, wäre dies die erste derartige Schließung in Baden-Württemberg seit 2024.
Die Nutzung des Amts ist im vergangenen Jahrzehnt stark zurückgegangen. Während es 2015 noch über 100 Grundbuchauszüge bearbeitete, waren es 2025 nur noch 37. Die Behörden argumentieren, dass der Service nicht mehr zwingend erforderlich sei, da Bürger Auszüge mittlerweile online über das Amtsgericht Emmendingen beantragen können.
Der Betrieb des Amts ist zudem zunehmend ineffizient geworden. Jeder Antrag bindet etwa 30 Minuten Personalzeit, doch die Gebühr von 10 Euro pro Fall deckt die Kosten nicht. Die Verwaltung verweist außerdem auf unnötige bürokratische Hürden, darunter Dokumentations- und Meldepflichten gegenüber dem Grundbuchamt. Eine Schließung würde diese Aufgaben entfallen lassen und die Notwendigkeit einer speziellen kommunalen Sachbearbeiterstelle beseitigen.
Rechtliche Hürden müssen jedoch noch genommen werden. Das Justizministerium Baden-Württembergs müsste der Schließung zustimmen, wobei die Verordnung entweder zum 30. Juni oder zum 31. Dezember in Kraft treten würde. Während ähnliche Ämter im Land bisher offen geblieben sind, gilt der Fall Waldkirch aufgrund von Personalmangel und Digitalisierungsbestrebungen als Sonderfall.
Der Gemeinderat wird am 25. März 2026 über den Vorschlag abstimmen. Bei einer Zustimmung würde die Schließung den Verwaltungsaufwand verringern und nicht mehr tragbare Kosten senken. Die Maßnahme spiegelt einen größeren Trend zur Digitalisierung im Grundbuchwesen wider.






