28 March 2026, 08:04

Warum sich im deutschen Profifußball noch immer kein aktiver Spieler als schwul outet

Ein pinkes Herz mit drei gleich breiten horizontalen Streifen in Pink, Weiß und Rot, die die transgender-Flagge darstellen und Unterstützung für die Ehe für alle symbolisieren.

Warum sich im deutschen Profifußball noch immer kein aktiver Spieler als schwul outet

In den drei höchsten Fußballligen Deutschlands hat sich bisher kein aktiver Spieler als schwul geoutet. Das Thema bleibt im Männerprofifußball ein Tabu – trotz Forderungen nach mehr Offenheit. Nun hat sich der ehemalige Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß für mehr Sichtbarkeit von LGBTQ+-Personen im Sport ausgesprochen.

Erst kürzlich, am 24. März 2026, outete sich Christian Dobrick, U19-Trainer beim FC St. Pauli, als schwul. Seine Bekanntgabe hat die Debatte über Homosexualität im Fußball neu entfacht. Da Dobrick jedoch als Trainer und nicht als Spieler tätig ist, bleibt die Statistik bestehen: In der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga gibt es weiterhin keinen einzigen aktiven Spieler, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat.

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Dobricks Coming-out stieß auf sowohl Unterstützung als auch Kritik. Während im Frauenfußball die sexuelle Orientierung von Spielerinnen längst ohne Aufsehen akzeptiert wird, tut sich der Männerprofifußball mit dem Thema weiterhin schwer. Dobrick selbst kritisierte die Art und Weise, wie der Sport mit schwulen Männern umgehe, und verwies auf die anhaltende Stigmatisierung.

Uli Hoeneß, eine prägende Figur des deutschen Fußballs, hat nun klar Position bezogen. Er bezeichnete es als unverständlich, dass ein Coming-out im Fußball überhaupt noch diskutiert werde. In einem Interview betonte er, der FC Bayern München werde einen schwulen Trainer gegen Medien- oder Online-Angriffe in Schutz nehmen. Zudem versicherte er, einen homosexuellen Trainer am Verein voll und ganz zu unterstützen – die sexuelle Orientierung sehe er dabei als völlig irrelevant an.

Der Gegensatz zwischen Frauen- und Männerfußball könnte kaum größer sein: Während im Frauenbereich offen LGBTQ+-Spielerinnen längst selbstverständlich sind, hat sich in den drei höchsten deutschen Männerligen noch kein aktiver Profi geoutet. Selbst Thomas Hitzlsperger, der sich erst nach seiner Karriere als schwul bekannte, bleibt eine Ausnahme – kein Zeichen für einen grundlegenden Wandel.

Dobricks Schritt als Trainer markiert zwar einen kleinen, aber bemerkenswerten Fortschritt im deutschen Fußball. Doch die Abwesenheit geouteter schwuler Aktiver in den Top-Ligen zeigt, wie weit der Sport noch von echter Veränderung entfernt ist. Vereine wie Bayern München signalisieren zwar Bereitschaft, LGBTQ+-Personen zu unterstützen – doch ein echter Wandel wird erst mit einer breiten Akzeptanz im gesamten Fußball möglich sein.

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